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Keiner kennt Kindle & Co
PwC-Umfrage: Erst jeder zwölfte Deutsche kennt E-Book-Reader
Käufer verlieren ab 200 EUR die Kauflust
Elektronische Bücher dürfen nicht mehr kosten als ein Taschenbuch

Frankfurt am Main (ots) - Verlage und Internet-Buchhändler knüpfen hohe Erwartungen an die E-Book-Reader der neuesten Generation. Mit Innovationen wie der "elektronischen Tinte", viel Speicherplatz und langer Laufzeit sollen sie das elektronische Buch endlich zum Bestseller machen. Doch noch sind die High-Tech-Lesegeräte bei Verbrauchern weithin unbekannt. Zwar hat knapp jeder vierte Deutsche schon einmal von E-Books bzw. E-Book-Lesegeräten wie dem "Kindle" oder dem "Sony Reader" gehört. Was sich jedoch genau hinter dem Begriff verbirgt, weiß erst gut jeder zwölfte, wie aus einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) anlässlich der Frankfurter Buchmesse 2009 hervor geht.

Von den befragten E-Book-Kennern besitzen erst sieben Prozent einen passenden Reader. Zwar wollen weitere 20 Prozent in den nächsten zwölf Monaten ein E-Book-Lesegerät kaufen oder denken zumindest ernsthaft über eine Anschaffung nach, allerdings sind die derzeit in Deutschland verfügbaren Geräte noch zu teuer. Für einen Reader würden die meisten (68 Prozent) höchstens 200 Euro ausgeben, weitere 27 Prozent wollen entweder gar nichts bezahlen oder haben grundsätzlich kein Interesse am Kauf eines Lesegeräts.

"Die neuen E-Book-Reader bieten zweifellos die Chance, das elektronische Buch nach zahlreichen gescheiterten Versuchen zum kommerziellen Erfolg zu führen. Um Kunden für das neue Medium zu gewinnen, sollte die Branche aber ihr Vertriebsmodell überdenken. Nach dem Vorbild der Mobilfunkindustrie könnten Verlage und Online-Buchhändler beispielsweise Abo-Modelle entwickeln, die ein stark subventioniertes Lesegerät als Gegenleistung für eine längerfristige Vertragsbindung beinhalten", kommentiert Werner Ballhaus, Partner bei PwC und Leiter des Bereichs Entertainment und Medien.

Als wichtigste Wunschmerkmale eines E-Book-Readers nennen die Befragten eine lange Laufzeit (97 Prozent), viel Speicherplatz (93 Prozent) und die Möglichkeit, schnell von einer Seite zur nächsten blättern zu können (89 Prozent). Große Bedeutung hat auch das Thema Kompatibilität. So legen 95 Prozent Wert darauf, dass ihr Lesegerät möglichst viele unterschiedliche Formate darstellen kann.

An der repräsentativen Umfrage zur Bekanntheit von E-Book-Lesegeräten und E-Books beteiligten sich 1.006 Bundesbürger. Zusätzlich wurden 303 Personen befragt, die entweder selbst elektronische Bücher besitzen oder zumindest mit diesen vertraut sind.

E-Books nur zum Taschenbuch-Preis

Wer elektronische Bücher kennt, weiß deren Vorteile zwar durchaus zu schätzen. So ist das E-Book nach Ansicht von 76 Prozent dieser Befragten für Sach- und Fachliteratur sehr gut geeignet. Dennoch glauben nur 34 Prozent, dass E-Books auf lange Sicht das gedruckte Buch ersetzen werden. Vor die Wahl gestellt würden jedenfalls derzeit sieben von zehn Befragten lieber das gedruckte Werk in die Hand nehmen als sein elektronisches Pendant. Zudem sind die weitaus meisten nur zum Kauf eines E-Books bereit, wenn dieses weniger kostet als die Printausgabe.

Von den Befragten, die selber E-Books besitzen, hat jeder fünfte bislang noch nie für ein Werk bezahlt, knapp jeder zweite (47 Prozent) hat weniger bezahlt als für ein Taschenbuch. Demgegenüber hat nur jeder neunte schon einmal den selben Preis für ein E-Book bezahlt, den auch die gedruckte Ausgabe mit festem Einband gekostet hätte.

Ähnlich sind die Preisvorstellungen der Befragten, die zwar E-Books kennen, selbst aber noch keines gekauft haben. Rund 75 Prozent würden auf keinen Fall mehr für die elektronische Ausgabe bezahlen wollen als für ein Taschenbuch, während nur 14 Prozent keinen Unterschied zwischen einer gebundenen Ausgabe und einem E-Book machen würden. Weitere 14 Prozent würden für ein elektronisches Buch sogar grundsätzlich überhaupt nichts bezahlen.

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Stefan Bießenecker
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