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Neue Rekorde bei Übernahmen und Fusionen in der Strom- und Gasversorgungsindustrie

Frankfurt am Main (ots) -

   Kleinere Deals schaffen große Volumen / Russland mit einem 
   Sechstel des weltweiten Transaktionsvolumens erstmals in der 
   Top-Liga / Gas-Übernahmen nach Spitzenjahr eingebrochen 

Die Übernahmeaktivitäten in der weltweiten Strom- und Gasindustrie haben 2007 sowohl nach Menge als auch nach Wert ein neues Rekordniveau erreicht. Nahezu unbeeinträchtigt von der internationalen Kreditkrise ist das Volumen der M&A-Transaktionen in der Branche gegenüber dem Vorjahr noch einmal um ein Viertel gestiegen. Ihre Zahl nahm fast im gleichen Tempo um 23 Prozent von 623 auf 768 Transaktionen zu. Die Zahl der "Mega-Mega-Deals" mit Transaktionsvolumen von jeweils mehr als 20 Milliarden US-Dollar hat sich allerdings von vier auf zwei halbiert.

Das sind wesentliche Ergebnisse der Studie "Power Deals - 2007 Annual Review" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). In dieser Untersuchung erfasst PwC alljährlich die nationalen und internationalen M&A-Transaktionen in der Energieversorgungs-Branche. Der damit mögliche mehrjährige Vergleich macht die große Dynamik der Konsolidierung in der Strom- und Gasversorgungsindustrie deutlich: Gegenüber den 43 Milliarden US-Dollar des Jahres 2003 hat sich das Transaktionsvolumen bis 2007 nahezu verneunfacht.

Kleinere Deals schaffen großes Volumen

Im vergangenen Jahr summierten sich die Deals in der Branche weltweit auf 372,5 Milliarden US-Dollar, fast 25 Prozent mehr als 2006 (298,8 Milliarden US-Dollar). "Diese Steigerung ist umso bemerkenswerter, als der Beitrag der Super-Deals um 43,7 Milliarden Dollar unter dem Vorjahreswert lag. Dies bedeutet, dass dieser Rückgang durch die größere Zahl und den höheren Gesamtwert der kleineren Transaktionen weit überkompensiert wurde", unterstreicht Manfred Wiegand, der bei PricewaterhouseCoopers für die Energieversorgungsbranche weltweit verantwortlich ist.

Die Kreditkrise hat der Übernahmefreude in der Strom- und Gasversorgungsindustrie ebenfalls noch keinen Abbruch getan. 57 Prozent aller Akquisitionen des vergangenen Jahres spielten sich im zweiten Halbjahr ab, und die Zahl der Übernahmen im vierten Quartal 2007 lag um 73 Prozent, ihr Wert um 21 Prozent über dem Vorjahresniveau. "Das ist allerdings nur auf den ersten Blick überraschend", relativiert Manfred Wiegand. "Denn die Fusionen und Übernahmen in dieser Branche haben überall auf der Welt lange Vorbereitungszeiten, nicht zuletzt wegen der starken staatlichen und regulatorischen Einflüsse, denen die Versorger noch in fast allen Ländern der Welt unterliegen."

Infrastruktur-Fonds kommen stärker ins Geschäft

Wiegand hält es für möglich, dass sich die M&A-Aktivitäten in dieser Industrie auf hohem Niveau fortsetzen: "Es könnte zwar sein, dass wir in der näheren Zukunft gewisse Auswirkungen der Kreditkrise zu sehen bekommen. Aber viele Unternehmen, die an dieser Branche interessiert sind, haben selbst genügend Geld in den Kassen um zu investieren. Und die Versorger selbst kommen nicht an der grundsätzlichen Notwendigkeit vorbei, das Wachstum zunehmend extern zu suchen und sich in Zeiten der Energieverknappung auf eine breitere Basis unterschiedlicher Energieformen zu stützen."

Als Bieter gewinnen inzwischen auch Infrastruktur-Fonds deutlich an Gewicht. Ihre Gebote stiegen im vergangenen Jahr um 60 Prozent von 52 Milliarden auf 83,4 Milliarden US-Dollar. Damit ging mehr als ein Fünftel aller Gebote auf ihr Konto.

Obwohl vor allem grenzüberschreitende Transaktionen - wie der gemeinsame Einstieg von Enel (Italien) und Acciona (Spanien) bei der spanischen Endesa für 66,2 Milliarden US-Dollar - für Schlagzeilen sorgten, überwogen 2007 die inländischen Transaktionen. Sie trugen 530 zu den insgesamt 768 Deals weltweit bei, ihr Gesamtwert lag bei 229,9 Milliarden US-Dollar, 62 Prozent des Welt-Volumens. Dabei waren es überwiegend inländische Deals im Elektrizitäts-Sektor, die die M&A-Landschaft prägten. Ihr Volumen verdreifachte sich von 73,4 Milliarden auf 208,8 Milliarden US-Dollar. Dieser Sprung genügte, um den Rückgang der gesamten Gas-Transaktionen von 106,7 Milliarden auf 24,2 Milliarden US-Dollar mehr als auszugleichen. Diese Entwicklung erklärt sich im Übrigen daraus, dass Mega-Deals im Gas-Bereich 2006 eine wesentliche Rolle spielten. Im Jahr 2007 fanden in diesem Bereich keine Mega-Deals statt.

Europa schwächer, aber weiter an der Spitze

Europa war erneut das wichtigste Spielfeld im weltweiten M&A-Geschehen der Energieversorger, obwohl es dort zu Rückgängen sowohl im Verkaufs- (minus 22 Prozent) als auch im Kaufvolumen (minus 17 Prozent) kam. Ursache war ausschließlich der Einbruch im Gas-Bereich; die Übernahmen im Feld der Elektrizitätsversorger brachen dagegen Rekorde. Die Gesamtentwicklung aber trug dazu bei, die Unterschiede zwischen den Weltregionen weiter zu nivellieren.

Gemessen am Transaktionsvolumen hatten europäische Bieter 2007 einen Anteil von 43 Prozent, gefolgt von den Nordamerikanern mit 23 Prozent, russischen Unternehmen mit 17 Prozent und Bietern aus dem asiatisch-pazifischen Raum mit 13 Prozent. Dynamisch verlief die Entwicklung allerdings in allen Welt-Regionen. Neue Rekorde erreichten die Transaktionen in Nordamerika, Asien-Pazifik, der Russischen Föderation und - hier allerdings nur als Zielregion - in Südamerika.

USA verringern Abstand zu Europa

Insbesondere Nordamerika schloss sichtbar zu den Europäern auf. Der Abstand zwischen den Transaktionsvolumen europäischer und amerikanischer Käufer, der 2006 noch bei 136 Milliarden US-Dollar gelegen hatte, schrumpfte 2007 auf 71,6 Milliarden. Noch 2004 allerdings hatten die Nordamerikaner die Europäer beim Kauf- wie bei Verkaufsvolumen deutlich übertroffen.

Erstmals spielte auch die Russische Föderation mit im Kreise der großen M&A-Nationen. Im Zuge der Restrukturierung ihres Energiesektors nahmen die Deals unter Beteiligung russischer Firmen sprunghaft zu. Ihre Übernahmeangebote stiegen von 7,5 Milliarden auf 64 Milliarden US-Dollar, mehr als ein Sechstel des weltweiten Transaktionsvolumens. Die meisten russischen Deals spielten sich 2007 innerhalb des Landes ab, wenn auch Gazprom sich zum zweiten Mal ein britisches Gasverteilungs-Unternehmen zulegte, E.ON das Kraftwerksunternehmen OGK-4 für 8,4 Milliarden US-Dollar kaufte und auch Enel Milliarden-Investitionen tätigte.

Die weitere Entwicklung im Unternehmens-Markt der Strom- und Gasversorger beurteilt Manfred Wiegand vorsichtig: "Das neue Jahr bringt uns gewisse Unsicherheiten, nicht zuletzt wegen der Wahlen in den USA und Russland und wegen der Unruhe auf den Kreditmärkten. Mögliche Restriktionen bei der Kreditvergabe könnten sich auf Umfang und Wert der Deals auswirken. Denn in allen Märkten wird es schwieriger, Akquisitionen mit Fremdkapital zu finanzieren, nicht zuletzt wegen der Sorgen um den Werterhalt der Kaufobjekte. Das betrifft aber in erster Linie die Geschäfte der Private-Equity-Investoren, die auf große Finanzierungshebel setzen. Die fundamentalen Werte der Energieversorger sind davon nicht berührt."

Die Studie "Power Deals - Annual Review 2007" von PwC sowie alle vorherigen Analysen finden Sie online unter: www.pwc.de/de/energy

Hinweis für die Redaktion:

Die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist in Deutschland mit 8.390 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von rund 1,35 Milliarden Euro eine der führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften. An 28 Standorten arbeiten Experten für nationale und internationale Mandanten jeder Größe. PwC bietet Dienstleistungen an in den Bereichen Wirtschaftsprüfung und prüfungsnahe Dienstleistungen (Assurance), Steuerberatung (Tax) sowie in den Bereichen Transaktions-, Prozess- und Krisenberatung (Advisory).

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