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Strafanzeige gegen "Team Wallraff"-Reporter/ Würdelose Quotenjagd: Marseille-Kliniken AG wehrt sich gegen RTL-Journalisten - Erneut wehrlose Senioren heimlich abgefilmt

Oldenburg / Hamburg (ots) - Die Senioreneinrichtung AMARITA Oldenburg GmbH hat bei der zuständigen Staatsanwaltschaft gegen Mitarbeiter der RTL-Sendung "Team Wallraff" Strafanzeige wegen heimlicher Bild- und Tonaufnahmen, sowie das widerrechtliche Eindringen in die Wohnräume der Bewohner (Hausfriedensbruch) gestellt.

Am 22. Mai 2015 hatten sich zwei Herren unter falschem Namen und Angaben in die zum Konzern der Marseille-Kliniken AG gehörenden Einrichtung eingeschlichen, um mutmaßlich heimliche Film- und Tonaufnahmen zu machen. Beide Männer wurden von Mitarbeitern der AMARITA Oldenburg als Reporter des "Team Wallraff" identifiziert. Dieter Wopen, Vorstandsvorsitzender der Marseille-Kliniken AG: "Wir sehen uns zu dieser Strafanzeige veranlasst, weil ganz offensichtlich RTL-Reporter erneut in den persönlichen, geschützten Lebens- und Wohnraum unserer Bewohner eingedrungen sind, um von ihnen Ton und Filmaufnahmen zu machen. Diese billige Quotenjagd der RTL-Reporter ist würdelos und unterschreitet alle ethischen Standards des Journalismus." Selbst wenn angebliche Reinigungsmängel in der Einrichtung vorliegen würden, so rechtfertig das nicht den schweren Eingriff in die Grundrechte der Bewohner des Seniorenheims.

Schon einmal wurde eine Einrichtung der Marseille-Kliniken AG Ziel von Reportern von "Team Wallraff". Deren Reporterin Pia Osterhaus hatte sich als Praktikantin unter falschem Namen eingeschlichen und heimlich Ton- und Filmaufnahmen von Mitarbeitern, aber auch von Bewohnern gemacht, die dann in der Sendung vom Mai 2014 ausgestrahlt wurden. Auch damals wurde Strafanzeige gegen die Reporterin gestellt. Im Zuge der Berichterstattung durch "Team Wallraff" hinsichtlich der Einrichtung in Berlin-Kreuzberg wurden alle ethischen Grundsätze des Journalismus mit Füssen getreten, nachdem Videobilder von hilflosen, halbnackten Bewohnern in ihrem persönlichen, geschützten Lebensbereich einem Millionenpublikum präsentiert wurden.

In einem Fall trat ein offensichtlich verwirrter, nur in Unterwäsche bekleideter Bewohner gerade aus der Toilette, als er von der Kamera der "Investigativjournalistin" gefilmt wurde. Vorstandsvorsitzender Dieter Wopen: "Es ist einfach unerträglich, was hier geschehen ist und jetzt wieder geschieht. Hilflosen, teilweise kranken Menschen in ihrem persönlichen, gesetzlich geschützten Lebensraum aufzulauern um für eine TV-Quote Bilder zu ergattern - das geht einfach zu weit! Bei unseren Bewohnern handelt sich um schutzbedürftige Menschen, um die schwächsten Glieder unserer Gesellschaft und nicht um Zoo-Tiere, die man so einfach abfilmen darf. Quotenhascherei mag schon okay sein, aber nicht auf dem Rücken unserer Bewohner."

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