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Umweltzonen zeigen Wirkung - aber ihr Potential ist noch nicht erschöpft

Berlin (ots) - Ab morgen heißt es auch in Nordrhein-Westfalen - Einfahrt in die Stadt, nur noch mit Grüner Plakette. Damit verschärft die größte zusammenhängende Umweltzone Deutschlands ihre Regelungen. Nicht mehr erlaubt sind nicht mit Partikelfilter nachgerüstete Dieselfahrzeuge der Euro-Klassen 3/III, wovon es in Nordrhein-Westfalen rund 500.000 gibt.

Für den ökologischen Verkehrsclub VCD ist die Verschärfung ein positives Signal, denn sie wird sich auf die Verbesserung der Luftqualität auswirken, verbunden mit einem erheblichen Beitrag für die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger. Allerdings, so betont Heiko Balsmeyer, Projektleiter des EU-Projektes Clean Air beim ökologischen Verkehrsclub VCD, muss die Einhaltung auch regelmäßig kontrolliert werden, damit die Umweltzone umfänglich wirken kann. "Bei der Kontrolle der Umweltzonen müssen Innenminister Jäger und die Städte jetzt dringend nachlegen. Wer die Plaketten nicht ausreichend kontrolliert, der setzt fahrlässig die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger aufs Spiel."

Um Städte und Kommunen zu verdeutlichen, wie sie die Maßnahme zur Luftverbesserung erfolgreich umsetzen und damit auch Sanktionen vermeiden können, veröffentlicht der ökologische Verkehrsclub VCD jetzt ein Soforthilfe-Papier »Umweltzonen«. Dieses beinhaltet neben Hinweisen zu erfolgreichen Einführung, Tipps zur Kommunikation und Kontrolle auch eine Empfehlung, wie Städte und Kommunen die Umweltzone weiterentwickeln können. Denn die Potentiale der Umweltzone sind auch mit der Grünen Plakette noch nicht vollständig ausgeschöpft.

Dass die Umstellung auf »Grün« bereits zu einer signifikanten Minderung von gesundheitsgefährdenden Ruß und der Anzahl ultrafeiner Partikel in der Luft führt, zeigen positive Beispiele wie Berlin oder Leipzig. Die Einführung der Umweltzone in Leipzig wurde vom Leibniz-Institut für Troposphärenforschung mit Sondermessungen an fünf Messstationen begleitet. Das Fazit: "Die Umweltzone in jetziger Form funktioniert und verbessert die Luftqualität in Städten erheblich", so Dr. Wolfram Birmili vom Leibnitz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) in Leipzig. Erste Analysen der Messdaten zeigen deutlich die Reduzierung der ultrafeinen Partikel (PM 0,1) zu denen auch Ruß gehört. Die besondere Gefährlichkeit dieser sehr feinen Partikel für unsere Gesundheit beruht darauf, dass sie tief ins Lungengewebe eindringen und sogar die Blut-Hirn-Schranke überwinden.

Doch auch diese positiven Beispiele können weiter optimiert werden. Bislang sind Baumaschinen, Binnenschiffe und dieselbetriebene Schienenfahrzeuge, die für weit mehr als ein Viertel der Luftverschmutzung in Städten verantwortlich sind, aus der Umweltzonenregelung ausgeschlossen. Ihr Betrieb unterliegt keinerlei Einschränkungen. Aus Sicht des VCD braucht es hier eine dringende Veränderung. "Für Dieselmaschinen und -fahrzeuge bedarf es ebenso eine Plakettenpflicht und Nachrüstverpflichtungen", so Heiko Balsmeyer.

Um schließlich auch eine klare Verringerung von Stickstoffdioxid (NO2) erreichen zu können, muss sich die Politik folgerichtig dem Thema »Blaue Plakette« öffnen. Mit dieser könnten Fahrzeuge mit besonders geringem Ausstoß von Stickstoffdioxid gekennzeichnet werden. Nach einer angemessenen Übergangsphase wird es damit möglich sein, an Belastungsschwerpunkten die Emission von NO2 zu vermindern.

Link zum Soforthilfe-Papier »Umweltzonen«: http://bit.ly/1x3TMi5

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