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FZ: Die Zeit ist reif für einen Frau Kommentar der "Fuldaer Zeitung" zu Hillary Clinton

Fulda (ots) - Sie will zweimal einen Heiratsantrag von Bill Clinton abgelehnt haben, bevor sie sich erweichen ließ. Und sie will zweimal Barack Obamas Angebot, Außenministerin zu werden, abgelehnt haben, bevor sie sich überzeugen ließ. Diesmal lässt sie sich von niemandem bitten: Hillary Clinton, das wird sie morgen offiziell verkünden, will den Kampf ums Präsidentenamt noch einmal aufnehmen und Anfang 2017 als erste Frau ins Weiße Haus einziehen. Ihre Chancen sind ungleich besser als 2008, als die Demokraten sich bei den Vorwahlen zwischen Clinton und Obama entscheiden mussten - und Clinton das Nachsehen hatte.

Charismatisch waren beide, doch damals war die Symbolik der Hautfarbe stärker als die des Geschlechts. Gebrochene Versprechen und fehlende Antworten auf globale Probleme haben die Yes-we-can-Euphorie zu Beginn von Obamas Präsidentschaft gedämpft, und inzwischen scheint auch in den USA die Zeit reif für eine Frau.

Clintons Popularität ist groß wie nie - nicht nur bei den Demokraten, die außer Vizepräsident Joe Biden keinen ernsthaften Konkurrenten aufzubieten haben. Auch bei den Republikanern sucht man vergeblich nach Kandidaten vom Format Clintons. Jeb Bush, Bruder des ehemaligen Präsidenten George W. Bush, hat seinen Hut in den Ring geworfen, kann der erfahrenen Clinton aber nicht das Wasser reichen.

Apropos Erfahrung: Es gibt wohl kaum jemanden in den USA, der den Politikbetrieb und die Welt so gut kennt wie Hillary Clinton. Seit ihr Mann 1979 zum Gouverneur des Bundesstaates Arkansas gewählt wurde, saß Hillary mit ihm ununterbrochen an den Schalthebeln der Macht. Schon ihre vor zwölf Jahren veröffentlichte Autobiografie "Gelebte Geschichte" füllt 669 Seiten - und danach ging es mit ihrer Karriere erst richtig los. Als Außenministerin bereiste sie 112 Länder, sie kennt alle Krisenherde und begeistert mit ihrem großen Herz für Minderheiten Menschen auf der ganzen Welt.

Was spricht gegen Clinton? Falls die Demokraten sie zur offiziellen Kandidatin küren und sie am 8. November 2016 gewinnt, wird sie schon 69 Jahre alt sein. Ist sie dann der Last, die das Amt der mächtigsten Frau der Welt mit sich bringt, noch gewachsen? Kritiker weisen zudem darauf hin, dass sie als Außenministerin unter Obama zwar unermüdlich im Einsatz war, die großen Konflikte aber weiter ungelöst sind. Ob sie die Welt zu einem friedlicheren Ort machen kann, steht in den Sternen. "Wenn ich eine Geschichte von der Titelseite verdrängen will, muss ich nur meine Frisur ändern", sagte sie einmal. Doch im Amt wird ihre Frisur an Bedeutung verlieren. / Bernd Loskant

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