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FZ: Echtes Auslaufmodell Kommentar der Fuldaer Zeitung zur Ölkatastrophe in den USA

Fulda (ots) - Wie gewonnen, so zerronnen. Diesem Gedanken werden derzeit vermutlich die Bosse von BP nachhängen. Sechs Milliarden Dollar hat der britische Ölkonzern im ersten Quartal dieses Jahres verdient - bis zu acht Milliarden Dollar könnte ihn die Katastrophe im Golf von Mexiko nach vorsichtigen Schätzungen kosten. Denn in London hat man bereits signalisiert, dass man für die Beseitigung des Ölteppichs sorgen und auch "legitime" Schadensersatzforderungen akzeptieren werde. Bei allem Respekt: Das ist auch das mindeste. Zumal es keinen Armen trifft. Ganz im Gegensatz zu den tausenden Menschen in der Region, deren Existenzgrundlage plötzlich bedroht ist. Aber noch ein anderer stellte klar: "BP wird die Rechnung bezahlen." Barack Obama freilich verzichtete auf das Wörtchen "legitim" - machte vielmehr eiskalt und unmissverständlich klar, dass man BP zur Verantwortung ziehen werde. Möglich, dass der US-Präsident nur Kritikern begegnen will, die ihm vorhalten, nicht rasch genug auf die Katastrophe reagiert zu haben. Zu gut dürfte noch die Erinnerung an das desaströse Krisenmanagement seines Vorgängers nach dem Hurrikan "Katrina" sein. Möglich aber auch, dass sich etwas Grundlegendes im Verhältnis der US-Regierung zur bislang hofierten Ölindustrie ändert, deren Geschäft sich - nun auch im wahrsten Wortsinne - als Auslaufmodell erweist. Das Schwarze Gold ist immer schwerer erreichbar, die Risiken seiner Förderung steigen mit der Bohrtiefe, das Ende ist absehbar. Noch wird daran verdient. Doch letztlich lautete die Doktrin des Öls wie aller fossilen Brennstoffe schon immer: Wie gewonnen, so zerronnen.

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