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FZ: Der Zeitfaktor entscheidet Kommentar der "Fuldaer Zeitung" zur Ölpest vor der US-Küste

Fulda (ots) - Was haben die Ölpest im Golf von Mexiko und die Griechenland-Krise in Europa gemeinsam? Bei beiden hat die Zeitspanne, in denen sich effektive Maßnahmen zur Bekämpfung ergreifen lassen, den höchsten Stellenwert. Sollte es gelingen, das Öl von der Küste fern zu halten, dürfte der Schaden für die Natur in einem gerade noch erträglichen Rahmen bleiben, zumal dann vor Ort an defekten Bohrlöchern gearbeitet werden kann, um sie zu schließen. Ganz ähnlich sieht das in Europa aus: Wenn jetzt den Griechen rasch geholfen wird, könnte das die Erosion des europäischen Währungssystems stoppen. Dann könnten in Griechenland, Portugal und Spanien wirksame Maßnahmen greifen, die den Spekulationen gegen die Länder und damit auch gegen den Euro den Boden entziehen. Aber auch wenn die Rettungsmaßnahmen weder in Europa noch in den USA gelingen, gibt es einen bitteren Trost: Immer haben sich Länder von Umweltkatastrophen und Staatspleiten wieder erholt. Wer jetzt allerdings betroffen wird, der steht wie Austernzüchter, Fischer oder Naturfreunde ebenso vor dem Nichts, wie die Opfer einer Finanzkatastrophe in Form einer Hyperinflation oder einer Währungsreform. Einen Unterschied allerdings gibt es: Während in der Finanzbranche der Glaube oft Berge versetzt und damit Krisen verhindert, lässt sich ein Ölteppich nicht aufhalten, wenn der Wind ihn in Richtung Küste treibt. Deshalb hat die US-Regierung die Ölpest zur "nationalen Katastrophe" erklärt. Was nichts an ihren Folgen ändert. Da wäre eine Aufwertung der europäischen Patienten durch Rating-Agenturen gewiss wirksamer.

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