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27. DEUTSCHER KAMERAPREIS 2017: Die elf besten Bildgestalter in Köln mit dem begehrten Obelisken ausgezeichnet

Köln (ots) -

Neun Kameramänner und zwei Editoren sind am 24. Juni 2017 in Köln in 
den Studios des Westdeutschen Rundfunks mit dem renommierten 
DEUTSCHEN KAMERAPREIS ausgezeichnet worden. Sie haben die Jury unter 
dem Vorsitz von Filmemacher Adolf Winkelmann mit ihren herausragenden
Leistungen in der Bildgestaltung überzeugt und sich gegen mehr als 
400 Mitbewerber durchsetzen können. Adolf Winkelmann: "Dieser Preis 
ist einzigartig, weil er ohne Rücksicht auf Markt und Moden, auf 
kommerziellen Erfolg und Quoten einfach nur die künstlerische 
Leistung und Phantasiearbeit der Bildgestalter und Editoren 
auszeichnet." Christoph Augenstein, Geschäftsführer des DEUTSCHEN 
KAMERAPREISES Köln e. V. ergänzt: "Vor 35 Jahren ist der Preis zum 
ersten Mal verliehen worden - um jene Bildgestalter in den verdienten
Mittelpunkt zu stellen, die uns mit ihren Bilderwelten auf besondere 
Weise berühren und faszinieren. Exzellenz auszeichnen und Talente 
fördern - diese Grundidee des DEUTSCHEN KAMERAPREISES ist so aktuell 
wie am ersten Tag."

Ehrenpreis für Jo Heim

Diesjähriger Ehrenkameramann ist der Wahlkölner Jo Heim, der alle 
Genres virtuos beherrscht, vom Thriller über die Komödie bis hin zum 
Musik- oder Dokumentarfilm. Mit einer ebenso unglaublichen Vielfalt 
in der Gestaltung gebe er "den Geschichten seiner Filme Raum für die 
Fantasie ihrer Betrachter", so das Kuratorium DEUTSCHER KAMERAPREIS 
in der Begründung. 

Beste Kamera | Kinospielfilm

Für seine Bildgestaltung in "Manifesto" (BR) ehrt die Jury Christoph 
Krauss, der einer Videoinstallation des Künstlers Julian Rosefeldt 
zum Sprung auf die Kinoleinwand verhilft. "Diese gelungene 
Transformation verdankt sich einerseits dem Regie-Konzept, 
andererseits der geradezu majestätischen Kameraarbeit", so die Jury. 
"Es ist die besondere Leistung der Kamera, die Bandbreite der 
unterschiedlichen Settings auf eine nahezu metaphysische Weise zu 
verbinden."

Beste Kamera | Fernsehfilm

Börres Weiffenbach mache für den Wirtschaftsthriller "Dead Man 
Working" (hr/ARD Degeto) mit seiner Kamera das sichtbar, was sonst 
nur im Verborgenen bleibe: "Menschen, die als Versuchstiere in 
gläsernen Käfigen eingesperrt sind. Mathematische Formeln, die 
schwebend grafische Muster auf Menschen und Räume werfen", so die 
Begründung der Jury. "Das abstrakte Mach- und Machtwerk der 
Finanzjongleure versinnlicht sich in seiner Kameraführung auch im 
Cinemascope-Format."

Beste Kamera | Dokumentarfilm/Dokumentation

Für das dokumentarische Experiment "Untitled" (Lotus Film/Razor 
Film), das während vieler Reisen durch Europa und Afrika entstand, 
habe Attila Boa sein Staunen, seine Neugier und Empathie mit dem 
Publikum geteilt. Die Jury meint: "Seine Kameraarbeit ist präzise - 
sie lenkt den Blick, aber engt ihn nicht ein. Die Achtung vor der 
Natur, vor dem Menschen und seinem Überlebenskampf zeigen sich in 
Attila Boas Bildern in schonungsloser Reflexion. Ihm gelingt es, 
Situationen zu verdichten und auf das Wesentliche zu reduzieren." 

Beste Kamera | Outdoor Film

Das Leben der Irish Travellers und ihre Beziehung zu Pferden zeigt 
Maximilian Pittner in "Urban Cowboiz" (Filmakademie 
Baden-Württemberg). "Bei seinem Porträt einer Lebensweise, die 
bewusst mit Normen gebrochen hat, zeigt Pittner den Mut, sich bei 
seiner Bildsprache auf das Wesentliche zu beschränken", lobt die 
Jury. Der 1994 geborene Kameramann finde "die Gestaltungsmittel für 
einen ungefilterten, ehrlichen und authentischen Blick auf die 
Protagonisten."

Beste Kamera | Kurzfilm

"Berlin Metanoia" (DETAiLFILM), dritter Teil von Erik Schmitts 
Berlin-Kurzfilmtrilogie, sei ein Stadt-Portrait der besonderen Art, 
hebt die Jury hervor. Johannes Louis habe sich "schnörkellos und 
selbstverständlich einem skurrilen Panoptikum genähert: Er 
präsentiert mit seiner Kamera diesen skurrilen Wahnsinn ohne jede 
Selbstverliebtheit, sachlich aus dem Hintergrund, und scheint selbst 
erstaunt zu sein über das, was er sieht."

Beste Kamera | Journalistische Kurzformate

In Sumba, einer der ärmsten Regionen Indonesiens, sind die Menschen 
verrückt nach Pferdewetten, auch wenn diese verboten sind. Ein 
erfolgreicher Kinderjockey kann dort 500 Euro pro Woche verdienen. 
Doch das Risiko ist groß. In der Reportage "Weltreisen: Indonesien - 
Die Kinderjockeys von Sumba" (NDR) brillierte die Kamera von Wolfgang
Schick. Seine Arbeit überzeugte die Jury "auf der einen Seite durch 
ein hohes Gespür für Timing, Situationen und Emotionen; sie schafft 
es andererseits, die Spannung der Geschichte durch eindrucksvolle 
Bilder zu entfalten."

Bester Schnitt | Langformat

Mit seiner Montage habe es Chris Wright geschafft, das offensichtlich
aggressive Thema Mixed Martial Arts liebevoll umzusetzen, urteilt die
Jury. Wenn in "Fighter" (Corso Film/ZDF/3Sat) "der Blick auf dem 
Protagonisten verweilt, ist der Zuschauer Teil der emotionalen Welt. 
Humorvoll und emphatisch spiegelt der Schnitt das aufrichtige 
Interesse an Menschen wider und bricht mit Vorurteilen."

Bester Schnitt | Kurzformat

Mit einer besonderen Ausgabe des Jan Böhmermann-Talks "Neo Magazin 
Royale - Talk mit Anne Will" (btf/ZDF) unterläuft David Wieching die 
"Erwartungshaltungen und spielt gekonnt mit Fernsehzitaten und 
-klischees", findet die Jury. Wiechings Montage sei "ein 
selbstreferenzieller, dekonstruktiver Trip durch die Medienwelten, 
der dem Zuschauer den Boden unter den Füßen wegzieht, ihn durch die 
diversen Tunnel des TV-Trashs fallen lässt, nur um ihn gleich wieder 
auf dem heimischen Sofa auszuspucken."

Nachwuchspreise 

Mehr als 80 Produktionen sind für die diesjährigen mit jeweils 5.000 
Euro dotierten Nachwuchspreise, die von der Film- und Medienstiftung 
NRW sowie von Panasonic gestiftet werden, eingereicht worden. 
Ausgezeichnet wurden der 1982 in München geborene Joe Berger für 
"Cigarbox Blues" (Hamburg Media School) und der 1979 in Erlenbach am 
Main geborene Felix Striegel für "Watu Wote" (Hamburg Media School).

Die feierliche Preisverleihung zum 27. DEUTSCHEN KAMERAPREIS fand am 
24. Juni 2017 unter Federführung des WDR in Köln statt. Moderiert 
wurde die Veranstaltung von Thomas Hermanns. Nominiert waren 23 
Kameraleute, Filmeditorinnen und -editoren mit Produktionen aus den 
Kategorien Kinospielfilm, Fernsehfilm, Kurzfilm, Journalistische 
Kurzformate, Dokumentarfilm/Dokumentation sowie der Wechselkategorie 
Outdoor Film.

Bilder stehen unter ard-foto.de zur Verfügung. Die ausführliche 
Pressemappe zu den Preisträgern des 27. DEUTSCHEN KAMERAPREISES 
können Sie unter presse.wdr.de downloaden.
 

Pressekontakt:

Westdeutscher Rundfunk Köln
Presse und Information
Kristina Bausch
Tel. 0221 220 7100
wdrpressedesk@wdr.de

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