WDR Westdeutscher Rundfunk

Stille Rebellen
Achtung Programmänderung!!!
WDR Fernsehen, Sonntag, 16. Juni 2002, 09.00 -9.30 Uhr (VPS 08.59)

    Köln (ots) -

    Stille Rebellen     Bürgermut gegen Naziterror - ein Treffen in Berlin

    Ein Film von Ulrich Harbecke

    Am 19. April 1943 riskieren drei junge Männer des belgischen
Widerstands, was bis dahin keine Weltmacht zustande brachte: Sie
stellen sich mit einer roten Lampe auf das Gleis von Zug Nr. 20, der
mehr als anderthalb Tausend Juden ins Vernichtungslager Auschwitz
transportieren soll. Sie bringen den scharf bewachten Zug zum Stehen,
reißen Waggontüren auf und ermöglichen im Kugelhagel der SS einigen
Gefangenen die Flucht. Es ist nur eine kleine "Betriebsstörung" im
reibungslosen Ablauf der Todesindustrie, aber sie setzt ein Zeichen
für persönlichen Mut und Menschlichkeit.
    
    Durch Zufall erfuhr Marion Schreiber, langjährige Korrespondentin
des "Spiegel" in Brüssel von der Aktion. In mühsamer Kleinarbeit trug
sie die Einzelheiten und Umstände zusammen. Menschen tauchten aus der
Vergessenheit auf, wichtige Eigenschaften des mörderischen Systems,
aber auch der Mut eines kleinen Volkes, das sich der Barbarei mit
viel Fantasie entgegenstellte. Dem belgischen Widerstand gelang es,
mehr als 50 Prozent der registrierten Juden zu retten, ein einsamer
europäischer Rekord.
    
    Marion Schreibers Buch ist ein spannendes Stück Zeitgeschichte.
Jetzt war es Anlass, einige Überlebende der damaligen Ereignisse in
Berlin zusammenzuführen. Im großen Saal der jüdischen Gemeinde sahen
sich Befreier und Befreite nach mehr als einem halben Jahrhundert zum
ersten Mal wieder. Sie berichten - von der Erinnerung überwältigt -
was in jener Nacht geschah. Ein Dokument der Vergangenheit und
zugleich eine Botschaft an die Gegenwart. Es wurde mit dem Preis der
"LiteraVision 2001" ausgezeichnet und in die Sammlung der
Gedenkstätte "Jadvashem" aufgenommen.
    
    Der auf diesem Sendeplatz vorgesehene Beitrag "Von Kopf bis Fuß:
    1. Einführung entfällt
    
    Redaktion         Martin Blachmann
    

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