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WDR-Magazin WESTPOL: Ungeprüfte Risiken beim Neubau der Leverkusener Autobahnbrücke - Dubiose Vorgänge bei der Bauplanung

Düsseldorf (ots) -

Der Neubau der Leverkusener Autobahnbrücke könnte die Steuerzahler 
erheblich belasten, da Risiken offenbar nicht umfassend geprüft 
worden sind. Das geht aus einer internen Stellungnahme der Stadt 
Leverkusen hervor, die dem WDR-Magazin WESTPOL (Sendetermin heute, 
19.30 Uhr) vorliegt. Darin kritisiert das städtische Planungsamt, 
dass "aufgrund der immensen Dringlichkeit des Vorhabens" verschiedene
Untersuchungen und Planüberlegungen "nicht mit letzter Akribie 
konzeptioniert und geprüft" worden seien. Der für den Neubau geplante
Eingriff in die alte Giftmüll-Deponie Dhünnaue belastet ohnehin 
bereits in großem Umfang die öffentliche Hand, wie der Bayer-Konzern 
gegenüber WESTPOL bestätigte. "Die Haftung für Schäden, die durch die
Baumaßnahmen verursacht werden, trägt die Bundesrepublik 
Deutschland.", so ein Bayer-Sprecher.

Das interne Schreiben der Stadt Leverkusen lässt noch auf etwas 
anderes schließen: Der Landesbetrieb Straßenbau NRW und die Bayer 
Real Estate GmbH haben offenbar bereits Fakten bei den Vorbereitungen
des Brückenbaus geschaffen. In einer WESTPOL vorliegenden 
Stellungnahme der Abteilung Liegenschaften vom Januar 2016 heißt es, 
innerhalb der letzten zwei Jahre habe es "Verkäufe/Tauschverträge 
durch die Stadt an die Bayer Real Estate GmbH als auch Straßen NRW 
gegeben, die augenscheinlich so nicht in dem Grunderwerbsverzeichnis 
aufgenommen wurden." Weiter heißt es, dass "eigentumsrechtlich" bei 
dem Bauprojekt "diverse Unschärfen" vorliegen würden.

Ein unabhängiger Experte kritisiert die Vorgänge als Täuschung und 
Vorfestlegung. "Damit wäre eine Variantenuntersuchung, so wie es das 
Bundesverkehrsministerium in seinen Vorschriften zum Planen von 
Autobahnen sieht, nicht mehr möglich", sagt Rolf Kraneis, Gutachter 
und Ingenieur im Interview mit dem WDR-Magazin WESTPOL. Straßen NRW 
bestreitet auf Nachfrage, im Auftrag des Bundes schon Grundstücke im 
Bereich Dhünnaue erworben zu haben. Auch Bayer sagt, einen Verkauf im
Vorfeld des Brückenneubaus habe es nicht gegeben.

Redaktion: Marc Steinhäuser

Mit Quellenangabe WESTPOL ab sofort zur Veröffentlichung frei.

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