WDR Westdeutscher Rundfunk

19. WDR Europaforum: Steinmeier: "In Europa zeigen, dass wir Krisen unter Kontrolle bringen können"

Köln/Berlin (ots) -

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat beim 19. WDR 
Europaforum 2016 in Berlin davor gewarnt, die Europäische Union immer
mehr in eine unumkehrbare Krise hineinzureden. Richtig sei, dass die 
Gemeinschaft vor gewaltigen Herausforderungen stehe "und wir müssen 
in Europa zeigen, dass wir Krisen unter Kontrolle bringen können". 
Doch dürfe man bei allen Schwierigkeiten die zahlreichen Erfolge der 
EU nicht vergessen, wie dies vor einigen Wochen der amerikanische 
Präsident Barack Obama bei seinem Besuch in Europa deutlich gemacht 
habe. "Wir dürfen vor lauter Krisengestrüpp den europäischen Wald 
nicht aus den Augen verlieren", mahnte der SPD-Politiker.

Steinmeier verteidigte die Zusammenarbeit der EU mit der Türkei zur 
Begrenzung der Flüchtlingszahlen in Europa. "Das Abkommen war so 
notwendig wie verantwortbar und wir müssen ein Interesse daran haben,
dass dieses Abkommen nicht kollabiert", warb der Bundesaußenminister 
für eine Intensivierung der Gespräche mit Ankara. Eine Visa-Freiheit 
für türkische Bürger, die die Türkei im Gegenzug verlangt, könne es 
jedoch nur geben, wenn das Land die entsprechenden Kriterien erfülle.
 
Sorgen bereiten Steinmeier die wachsenden nationalen Züge in Europa. 
"Leider stehen in ganz Europa Populisten bereit, die mit Angst 
Politik machen", so der Bundesaußenminister, der bemängelte, dass die
Regierungspolitik in vielen Ländern darauf bislang keine Antwort 
gefunden habe. Es stehe für ihn fest, dass man den enormen 
Herausforderungen der Gegenwart nicht mit einem Rückzug auf nationale
Grenzen begegnen könne.

Informationen zum WDR-Europaforum unter europaforum.WDR.de.
 
Fotos finden Sie unter ARD-Foto.de
 

Pressekontakt:

WDR Presse und Information
Telefon 221 220 7100
WDRPressedesk@WDR.de
Besuchen Sie auch die WDR-Presselounge: presse.WDR.de
Original-Content von: WDR Westdeutscher Rundfunk, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: WDR Westdeutscher Rundfunk

Das könnte Sie auch interessieren: