WDR Westdeutscher Rundfunk

ARD-Reihe "die story" bringt Dreiteiler "Doppelleben"
Achtung Terminänderung!

    Köln (ots) - Politiker wandeln auf einem schmalen Grad,
Spitzenpolitiker allemal. Nutzen sie die Macht, die ihnen auf Zeit
verliehen ist, zur Gestaltung von Politik und für die Verbesserung
von Lebensverhältnissen? Oder missbrauchen sie das Amt zu ihren
eigenen Gunsten? Die Grenzen zwischen dem Wohl des Staates und dem
eigenen Wohl sind nicht selten fließend.
    
    Franz Josef Strauß, Silvio Berlusconi und Francois Mitterand - In
der vom WDR produzierten ARD-Sendreihe "die story"
(Redaktionsleitung: Gert Monheim) werden die Karrieren von drei
Politikern nachgezeichnet, deren Ruf brillant ist und deren Auftreten
als charismatisch empfunden wird, deren Bild zugleich aber durch
dubiose Geschäfte und Machenschaften immer wieder verdunkelt wurde
und wird:
        
    Das Erste, 25. Februar, 21.45 Uhr
    die story: Franz Josef Strauß - ein Doppelleben
    Ein Film von Werner Biermann
    Redaktion Gert Monheim
    
    Das Erste, 04. März, 21.45 Uhr
    die story: Silivio Berlusconi - ein Doppelleben
    Ein Film von Heribert Blondiau und Udo Gümpel
    Redaktion Gert Monheim
    
    Das Erste, 11. März, 21.45 Uhr
    die story: Francois Mitterrand - ein Doppelleben
    Ein Film von Michael Gramberg
    Redaktion Heribert Blondiau
    
    Das Erste, Montag, 25. Februar 2002, 21.45 - 22.30 Uhr
    
    die story: Franz Josef Strauß - ein Doppelleben
    Ein Film von Werner Biermann
    
    Er war eine der schillerndsten Figuren auf der Bonner Bühne,
geliebt und gehasst wie keiner sonst. Für seine Bewunderer war er ein
Heiliger Franz Josef aus Bayern, für viele andere aber die
Verkörperung des machthungrigen, zynischen und korrupten Politikers.
Er selbst gefiel sich als "Mensch in seinem Widerspruch". Beinahe
sein ganzes politisches Leben hindurch war Franz Josef Strauß in
Affairen verwickelt, von denen einige, z.B. die Airbus-Affaire, bis
heute nicht restlos aufgeklärt sind.

    Intelligent, rhetorisch brillant, mit dem richtigen Machtinstinkt ausgestattet, machte der junge Strauß seit 1949 eine steile politische Karriere, organisierte Adenauers Wiederbewaffnungspolitik und galt als potentieller Nachfolger. 1962, als er das Parlament belog, um seine eigene Rolle in der "Spiegel-Affaire" zu verschleiern, musste Adenauer ihn fallen lassen - ein tiefer Sturz, und eine traumatische Erfahrung für Strauß. Seit damals sah er sich als Verfolgter, als Objekt einer Verleumdungskampagne, als Opfer der kritischen Medien ("die Gestapo unserer Tage"). Dies blieb sein Erklärungsmuster für alle künftigen Niederlagen, auch 1980, als er gegen Kanzler Helmut Schmidt antrat und verlor. Er zog sich nach Bayern zurück, in das Amt des Ministerpräsidenten, das "schönste Amt der Welt".          In Wirklichkeit war Strauß alles andere als ein Opfer. Auf dem Weg nach oben hatte er von Anfang an nur einen einzigen unüberwindlichen Gegner, und das war er selbst: seine anmaßende Machtausübung, seine ungehemmte Geldgier. Die dutzendfachen politischen Affairen, die Geschäfte, die er Freunden und Weggefährten seit den frühen Jahren ermöglichte, der "Ruch der Korruption" (Augstein) - mit alledem stand der begabte und brillante Politiker sich immer wieder selbst im Weg.          WDR-Autor Werner Biermann nähert sich dieser Figur, beschreibt die Affairen und Ambitionen, die politischen und persönlichen Leidenschaften des Franz Josef Strauß, sein schnelles Leben, seine Jagd nach dem Glück. In Gesprächen mit Gegnern und engen Freunden, mit seiner Tochter Monika Hohlmeier und mit seiner letzten Lebensgefährtin Renate Piller entsteht das facettenreiche, schillernde Bild eines Mannes, dessen Leben außerordentlich war.          Redaktion:  Gert Monheim

         Das Erste, Montag, 04. März 2002, 21.45 - 22.30 Uhr          die story: Silvio Berlusconi - ein Doppelleben     Ein Film von Heribert Blondiau /Udo Gümpel          Silvio Berlusconi hat viele Berufe: Bauunternehmer, Medienzar, Regierungschef.

    Und Silvio Berlusconi hat viele Gesichter: Charmant und glamourös, unterhaltsam und egozentrisch, liebenswürdig und gefährlich. Berlusconi ist der Begründer einer neuen Generation von Politik-Darstellern. Seine Person polarisiert: entweder ist man für oder gegen ihn. Momentan sind viele Italiener mal wieder gegen ihn. "Nutznießer von Berlusconis Finanzpolitik sind nicht nur die Reichen, sondern die reichen Kriminellen, ja sogar Terroristen werden begünstigt", sagt Wirtschaftsprofessor Sylos-Labini.

    Die Biografie von Italiens Präsidenten Berlusconi ist voller dunkler Flecke: An der Wiege des Imperiums stehen Schweizer Briefkastenfirmen mit ominösen Hintermännern aus dem Geldwäschergewerbe. Bis heute ist nicht bekannt, wem die 34 anonymen Holdings, die seine Firmengruppe kontrollieren, wirklich gehören, von wem die Anschubfinanzierungen - oft in bar - wirklich kamen. Für wen agieren die Treuhänder? Fragt man Berlusconi, heißt es: "Alles gehört mir und meiner Familie." Nur: Wer alles ist unter "Familie" zu verstehen?

    Wer seinen blendenden Manieren und seinem Zauber erst mal verfallen ist, der glaubt nicht an die dunklen Seiten seines Wesens. Berlusconi, das ist die fleischgewordene Legende vom schönen und reichen Mailänder Baulöwen Silvio, mysteriösen Geldquellen und den bad guys in seiner Gesellschaft.  In den sieben Monaten seiner Regierungszeit hat Berlusconi mit großer Energie versucht, Italien umzukrempeln. Neue Gesetze schneiderte er sich und seinen Unternehmen auf den Leib, wie die Abschaffung der Erbschaftssteuer und die Abmilderung des Strafmaßes bei Bilanzfälschung  - gegen ihn und seine Freunde laufen Prozesse wegen Bilanzfälschung. Richter und Staatsanwälte in Italien sind empört: "Die Richter, die der Korruption den Prozess gemacht haben, sollen deswegen selbst verurteilt werden", protestiert Giuseppe Gennaro, Präsident der Richtervereinigung. Dario Fo, Italiens Nobelpreisträger für Literatur, bringt es auf einen bitteren Punkt: "Berlusconi - das ist Macchiavelli in die Praxis umgesetzt."          Die WDR-Autoren Heribert Blondiau und Udo Gümpel sind den vielen Spuren einer  illustren und schillernden Person nachgegangen und haben hinter den glänzenden Bildern vom Superman viele dunkle Stellen gefunden - ein Doppelleben.          Redaktion: Gert Monheim

    
    Das Erste, Montag, 11. März 2002, 21.45 - 22.30 Uhr
    
    die story: Francois Mitterand - ein Doppelleben
    Ein Film von Michael Gramberg
    
    Mehr als ein Szenario: Während Francois Mitterand im Elysée-Palast
seinen Freund Helmut Kohl empfängt, sitzen in den Hinterzimmern
Mitterands engste Berater und Freunde zusammen. Während die einen
über Weltpolitik räsonieren, brüten die anderen darüber, wie sie mit
ihren Scheinfirmen öffentliche Gelder abzweigen können. "Unter
Mitterand wurde die Korruption sozusagen institutionalisiert - mit
fürstlicher Genehmigung," so der ehemalige Untersuchungsrichter
Thierry Jean-Pierre.
    
    Francois Mitterand, diese feinfühlige und elegante, lebenskluge
und kultivierte Erscheinung, hatte eine Nähe zu Menschen mit
krimineller Energie - fast magisch zog er sie an. Heute weiß man: Der
französische Ausnahmepolitiker führte ein Doppelleben - einerseits
Staatsmann, andererseits Pate. Die Affairen waren zahllos, ebenso die
Skandale, beruflich und privat. Aber dem Patriarchen konnte nichts
anhaben, da konnte die Presse aufdecken, was sie wollte. Edwy Plenel,
Direktor von Le Monde, spricht Klartext: "Mitterand ist ein sehr
guter Lügner."
    
    14 Jahre war Mitterand Präsident der französischen Republik. In
dieser Zeit verschwendet er Hunderte von Millionen für die
Renovierung historischer Schlösser, um sich mit seinen Staatsgästen
dort zu treffen - als "roi soleil". Fast spielerisch wurde er mit
seinem janusköpfigen Leben fertig, die Machenschaften und Eskapaden
seiner Schützlinge trafen nie ihn selbst.
    
    "Die Franzosen sind verzaubert - auch von der dunklen Seite seiner
Persönlichkeit. Mitterand bleibt für sie mysteriös, eine große
Romanfigur. Ein Mann, der viele Frauen hatte, ein Mann mit einem
zwielichtigen Verhältnis zum Geld wie zur Macht." Thierry Pfister,
Verlagsleiter in Paris, erläutert im Film das symbiotische Verhältnis
der Franzosen zu ihrem Präsidenten. Francois Mitterand, das ist das
leibhaftig geworden Rätsel als Staatsmann, der Widerspruch in Person,
oder: die "Sphinx", wie die Franzosen ihn nannten.
    
    Redaktion: Heribert Blondiau
    
ots Originaltext: WDR
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