WDR Westdeutscher Rundfunk

35 Jahre MONITOR - Jubiläumsausgabe am 25. Mai um 21.00 Uhr im Ersten

    Köln (ots) - Vor 35 Jahren - am 21. Mai 1965 - strahlte der
Westdeutsche Rundfunk erstmals die Sendung MONITOR aus. Was an diesem
Tag u.a. mit einem Bericht über den Besuch der britischen Königin und
einem Interview mit Seiner Hoheit Prinz Louis Ferdinand von Preußen
aus der Taufe gehoben wurde, nannte sich "zeitkritisches Magazin" und
ist bis heute so geblieben. Themen aus Politik, Wirtschaft und
Gesellschaft sollen durch aktuelle Hintergrundberichte und
analytische Filmbeiträge mit politischen Schlussfolgerungen
aufgegriffen werden, um damit die Lücke zwischen tagesaktuellen
Nachrichtensendungen und politischen Hintergrund-Dokumentationen zu
schließen.
    
    Heutiger Redaktionsleiter und Moderator der Sendung (seit Dezember
1983) ist Klaus Bednarz. Mit dem bekannten TV-Journalisten an der
Spitze ist die Sendung stets im öffentlichen Interesse geblieben.
Bednarz wurde gleichzeitig zur Identifikationsfigur der Sendung.
Kritischer, investigativer Journalismus wird in der Redaktion groß
geschrieben. Zuvor war er ARD-Auslandskorrespondent und berichtete
aus Warschau und Moskau, war "Tagestehmen"-Moderator (1983) und
leitete die WDR-Live-Sendung "Auslandsstudio". Bednarz verstärkte die
Mitarbeit an der Sendung durch freie Journalisten, um das
Themenangebot zu bereichern. "Von rund zehn angedachten und
recherchierten Themen wird letztlich nur eins gesendet," so Bednarz.
99prozentige Dinge will er nicht. Bevor eine Sache nicht bis ins
Detail "dicht" sei, gehöre sie auch nicht in das Magazin. Dass das
Konzept von Monitor noch immer stimmt, zeigen auch die
Einschaltquoten. Im laufenden Jahr (1.1. - 11.5.00) ist Monitor unter
den politischen Magazinen der ARD und im Deutschen Fernsehen mit
einer durchschnittlichen Zuschauerzahl von 4,16 Mio und einem
Marktanteil von 13,7 Prozent die Nummer 1. "Offensichtlich hat unsere
solide journalistische Arbeit, die auf jeden Schnick-Schnack
verzichtet, auf Dauer die Zuschauer überzeugt. Und offenbar sind
unsere Themenangebote so attraktiv, dass selbst Zuschauer, die uns
kritisch gegenüberstehen und an manchen unserer Beiträge Anstoß
nehmen, sich die Sendung insgesamt aber keineswegs entgehen lassen
wollen," so Klaus Bednarz. Die nächste Sendung - sozusagen die
Jubiläumsausgabe - ist am kommenden Donnerstag, 25. Mai, um 21.00 Uhr
im Ersten zu sehen.
  
    Monitor im Wandel der Zeit
    Zu den ersten Redakteuren, die mit Redaktionsleiter Claus Hinrich
Casdorff die Sendung gestalteten, gehörten Martin Schulze, Rudolf
Rohlinger, Franz Wördemann, Erich Potthast und Wolf-Ingo Mätschke.
Zur ersten sogenannten "Monitor"-Generation gesellten sich später
Klaus Bresser, Peter Laudan und Michael Stoffregen-Büller dazu.
Bereits unter seinem ersten Leiter, Claus Hinrich Casdorff,
verursachte das zeitkritische Magazin so manches politische Aufsehen.
Spannend wurde es auch immer, wenn das Tandem Casdorff/Rohlinger
seine Interviewpartner forsch in die Zange nahm. Der damalige
CSU-Vorsitzende Franz-Josef Strauß sprach nach dem "Kreuzfeuer" von
"Überfallfragen" (Oktober 1972) und stand von da an für die Sendung
nicht mehr zur Verfügung.
    
    Nach fast 17 Jahren vollzog sich der erste Wechsel in der Leitung
des Magazins. Es war Gerd Ruge, der seine erste Moderation mit den
Worten begann: "Ehe jemand glaubt, Claus Hinrich Casdorff habe sich
seit der letzten Sendung einen Bart stehen lassen, möchte ich mich
vorstellen: ich heiße Gerd Ruge." Der ehemalige WDR-Studioleiter Bonn
gehörte schon damals zu den profilitiertesten Fernsehreportern der
Bundesrepublik. Er war als Auslandskorrespondent in Belgrad, Moskau,
Washington und Peking tätig. Mit ihm begann eine neue Monitor-Ära.
Casdorffs beißender Zynismus, sein grimmig-bohrender Interview-Stil
wurde abgelöst durch ruhige Sachlichkeit und analytische
Berichterstattung. Gerd Ruges Zeit als Monitor-Chef dauerte zwei
Jahre. Am 1. Dezember 1983 wechselte er zur Programmgruppe Ausland
und wurde deren Leiter, und die Ära Klaus Bednarz brach bei Monitor
an.
    
    Politische Magazine in der ARD
    Der NDR sendete mit "Panorama" das erste politische Fernsehmagazin
innerhalb der ARD. Mit seinem Untertitel "Worüber mach spricht -
worüber man sprechen sollte" hatte es von 1957 bis 1958 mit
Filmbeiträgen, Interviews und Moderation alle Merkmale, die ein
politisches Magazin haben sollte.
    
    Zwei Jahre später rief der Bayerische Rundfunk das zeitkritische
Magazin "Anno - Filmberichte zu den Nachrichten von gestern und
morgen" ins Leben. Knapp zwei Jahre später wurde "Anno" umgetauft und
erhielt den neuen Namen "Report", den es heute noch trägt. 1961
erschien die Sendung "Panorma" vom NDR erneut auf dem Bildschirm und
erhielt den noch heute gültigen Untertitel "Berichte, Analysen,
Meinungen". Im Jahre 1965 gründete der WDR in Köln nach seinem
Ausscheiden aus der Gemeinschaftsproduktion von "Report" sein eigenes
zeitkritisches Magazin: "Monitor". So hat die ARD bereits damals eine
Reihe von zeitkritischen Magazinen etabliert, die wöchentlich
alternierend senden und häufig unter öffentlichem Beschuss stehen.
Sie sind sicherlich auch eben deswegen zur "Institution" der
Information, Kritik und Kontrolle im Deutschen Fernsehen geworden.
    
ots Originaltext: WDR
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