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Sommerreifen im Winter
Nicht verboten, aber auch nicht ratsam / ADAC: Richtige Reifen machen sich immer bezahlt

    München (ots) - In Deutschland gibt es - so der ADAC - keine
gesetzliche Vorschrift, die einen Autofahrer zwingt, bei Eis und
Schnee Winterreifen aufzuziehen. Dem Gesetzgeber genügt es, wenn die
verwendeten Reifen die vorgeschriebene Profiltiefe von 1,6 mm
aufweisen. Auch wenn auf einer Straße Schneeketten vorgeschrieben
sind, dürfen diese auf Sommerreifen montiert werden.
    
    Allerdings kann es unter bestimmten Umständen den Fahrzeughalter
teuer zu stehen kommen, wenn er bei der Reifenwahl an der falschen
Stelle spart. Das ist beispielsweise der Fall, wenn dem Autofahrer
nach einem selbst verschuldeten Unfall grobe Fahrlässigkeit
nachgewiesen werden kann. Die Kaskoversicherung braucht dann nicht zu
zahlen. In der Regel müssen bei einem solchen Fall aber mehrere
Umstände wie ungeeignete Reifen, unangepasste Geschwindigkeit und
eine falsche Einschätzung des Bremsweges zusammenkommen. Sogar im
Haftpflichtbereich lässt sich eine Mitschuld nicht ganz
ausschließen. In dem einzigen dem ADAC bisher bekannt gewordenen
Fall, bekam 1986 ein Autofahrer eine Mitschuld von 20 Prozent, weil
er beim Bremsen nach einem Fahrfehler eines anderen Kraftfahrers auf
schneeglatter Fahrbahn ins Schleudern gekommen war und so nach
Ansicht des Gerichts nicht mehr den Entlastungsbeweis des
Idealfahrers nach § 7 Straßenverkehrsgesetz (StVG) führen konnte.
    
    Unabhängig von diesen rechtlichen Fragen empfiehlt der ADAC aus
Gründen der Fahrsicherheit, das Auto mit vier Winterreifen
auszurüsten. Auch die besten Sommerreifen kommen bei
Minus-Temperaturen schnell an ihre Leistungsgrenzen. Winterreifen,
die älter als fünf Jahre sind und weniger als vier Millimeter Profil
haben, taugen allenfalls noch dazu, im Sommer aufgebraucht zu werden.
    
    
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