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"Fetter Ärger"
ZDF-Umweltreihe "planet e." erklärt, wie Speisefett Kanäle lahm legt

Christian Callegari, Chef des Abwasserverbandes Fritzens in Tirol, lässt das gereinigte Fett aus den Haushalten regelmäßig auf den Säuregehalt prüfen. Wichtig, denn überschreitet es einen gewissen Grenzwert, kann es nicht als Energieträger genutzt werden. Honorarfrei - nur für diese Sendung bei Nennung ZDF und Birgit Tanner Weiterer ...

Mainz (ots) - In Deutschlands Kanalsystemen sammeln sich täglich Berge von Fett in den Abwasserrohren, denn häufig wird das Altfett aus Fritteusen und Bratpfannen einfach in den Abfluss gekippt. Das ist verboten und auch gefährlich: Mit Fett verstopfte Kanäle können brechen, die Folge sind Löcher in den Straßen. In der Dokumentation "Fetter Ärger" aus der ZDF-Umweltreihe "planet e.", zeigt Autorin Birgit Tanner am Sonntag, 26. April 2015, 14.40 Uhr, wie Speisefett ganze Kanäle lahm legt und wie die Verstopfung der Abwasserrohre verhindert werden kann.

Im Kanalsystem der Stadt Hamburg verstopfen Speisefettreste regelmäßig die Abwasserrohre. Da die Hamburger- ganz umweltbewusst - immer weniger Wasser verbrauchen, fließt das Wasser nicht mehr so schnell, und das Fett kann sich in den Rohren absetzen. Achim Hoch und seine Kollegen von den Hamburger Wasserbetrieben sind täglich mit einem so genannten Kanalfernauge unterwegs, um die Siele - so heißen die Kanäle in Hamburg - zu untersuchen. Dabei entdecken sie in den kleinen Rohren häufig immense Fettablagerungen, die im Untergrund zur Schwefelsäurebildung beitragen. Das sorgt für Korrosion am Beton und schädigt die Rohre. Deshalb müssen die Arbeiter das Fett mit Hochdruck und tausenden Litern Wasser beseitigen. Von dort bahnt sich die klebrige Masse ihren Weg in die größte Kläranlage Deutschlands. Dort kommen im Jahr 10 000 Tonnen Fett an. Das entspricht 40 Millionen Stück Butter.

Christian Callegari vom Abwasserverband Fritzens in Tirol hat ein ganz einfaches Konzept entwickelt, um die Fettprobleme in den Kanälen zu beseitigen. Seine Idee: Fett soll nicht weggeworfen, sondern zur Stromerzeugung genutzt werden. Er ließ in den Hauhalten kleine Öl-Eimer verteilen. Jeder Einwohner sammelt seither im Schnitt ein Kilogramm Öl und Fettreste pro Jahr, die aufbereitet werden und in einem Südtiroler Betrieb Ökostrom erzeugen. Mittlerweile beteiligen sich über 1300 Gemeinden in Österreich, Deutschland, Italien und Malta an dem System. Ein solches Fettsammelsystem in einer Großstadt einzuführen, wäre zwar aufwändig und teuer, aber dennoch machbar.

Solange es in Deutschland noch kein wirksames Fettsammelsystem gibt, setzt Achim Hoch von den Hamburger Wasserbetrieben auf die Vernunft der Hamburger Bürger: "Die Pfanne mit Küchenpapier auswischen, das ölige Papier dann in den Restmüll geben. Damit wäre schon sehr viel erreicht."

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