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Diskussion zwischen Hysterie und Bagatellisierung
Elektrosmog: Restrisiko bleibt

    Hannover (ots) - Man kann ihn weder riechen, sehen noch
schmecken: Elektrosmog, verursacht durch elektromagnetische Felder.
Ob und wann er für Menschen schädlich ist, wird immer wieder
kontrovers diskutiert. Den Status quo der Untersuchungen beschreibt
das Computermagazin c't in seiner aktuellen Ausgabe 14/00.
    
    In unseren Haushalten sind immer mehr High-Tech-Geräte im Einsatz.
Doch Handys und Schnurlostelefone, Mikrowellengeräte, Babyfone,
Alarmanlagen, Fernsehgeräte und Computermonitore sind nicht nur
nützliche Helfer, sondern auch Strahlungsquellen elektromagnetischer
Felder und damit Erzeuger von Elektrosmog. Außerhalb der eigenen vier
Wände führt insbesondere der flächendeckende Ausbau des Mobilfunks
dazu, dass die hoch frequente elektromagnetische Strahlenbelastung
steigt.
    
    Während Kritiker erhebliche Gesundheitsrisiken befürchten, geht
die Wissenschaft bislang von einer geringen Belastung der
Allgemeinheit aus. Zu diesem Schluss kommt auch die Independent
Expert Group on Mobile Phones (IEGMP) in ihrem im Mai veröffentlichen
Report zum Thema Gesundheitsrisiken der Mobiltelefonie.
    
    Allerdings, mahnen die Briten, gibt es deutliche Anzeichen, dass
die Strahlung mit Intensitäten unterhalb der gültigen Grenzwerte
direkte, kurzfristige Einflüsse auf die Hirnstromaktivitäten und die
kognitiven Funktionen des Gehirns hat. Vor allem Kinder sind auf
Grund ihrer dünneren Schädeldecke und des sich noch entwickelnden
Nervensystems gefährdet. Daher müsse die Mobilfunkbranche schon jetzt
in die Pflicht genommen werden und auf das Vorsorgeprinzip setzen,
bis es fundierte Erkenntnisse gibt.
    
    So fordern die Experten beispielsweise, dass Mobilfunkbetreiber
Kinder als Zielgruppe von ihren Marketingaktivitäten ausnehmen.
Handyhersteller sollten sich auf standardisierte Tests zur
Strahlenbelastung verständigen und Messergebnisse auf den Endgeräten
angeben, damit die Verbraucher eine bewusstere Kaufentscheidung
treffen können. Außerdem sollte die Errichtung von
Basisstationen in Wohngebieten gründlich geprüft werden.
    
    Epidemiologische Auffälligkeiten zwischen der Handy-nutzung und
der Häufigkeit von Krebserkrankungen sind bisher nicht beobachtet
worden, aber die Erforschung von Langfrist-Effekten steckt
erst in den Kinderschuhen. Ein internationales EMF-Projekt, das 1996
von der Weltgesundheitsorganisation WHO initiiert wurde, soll
Aufschluss über Langzeitrisiken geben. An mehr als 6000 Probanden
werden so genannte Fall-Kontroll-Studien durchgeführt. Erste
Ergebnisse sind hier jedoch erst in drei bis vier Jahren zu erwarten.
Bis dahin müssen Handy-User mit der Ungewissheit leben.
    
    Hinweis für Hörfunkredaktionen:
    Ein Radiobeitrag zu diesem Thema sowie O-Töne von c't-Redakteur    
    Jürgen Kuri sind unter 0 51 39/99 92 50 beim c't -Hörfunk-Service
    abrufbar.
    
    Bildmaterial:
    Das Titelbild der aktuellen c't -Ausgabe 14/2000 steht zum
Download bereit unter
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ots Originaltext: c't
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