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Rana Plaza: Modemarken bringen Entschädigungsfonds in Notlage

Berlin (ots)

Zwei Jahre nach Einsturz des Rana Plaza-Fabrikkomplexes verweigern globale Textilkonzerne den Opfern und Hinterbliebenen weiter eine angemessene Entschädigung. Dem offiziellen Kompensationsfonds fehlen immer noch 6 Millionen US-Dollar. Die unverantwortliche Verzögerung stürzt nicht nur die Betroffenen in Bangladesch noch tiefer ins Elend, sondern gefährdet auch den geplanten Aufbau eines Sozialversicherungssystems bei Arbeitsunfällen.

Am Freitag, den 24. April jährt sich das grösste Industrieunglück der Textilbranche bereits zum zweiten Mal. Mit dem Abkommen über Brandschutz und Gebäudesicherheit «Bangladesh Accord» sind ermutigende Entwicklungen in Sachen Sicherheit in Bangladesch zu beobachten. Über 1.200 Fabriken wurden bis heute von unabhängigen Ingenieurfirmen im Rahmen des Abkommens inspiziert. Über den Status wird transparent berichtet. Nach Feststellung der Mängel, sind bisher mehr als 900 Korrekturpläne in Umsetzung, wodurch die Sicherheit von Bangladeschs Textilfabriken nachhaltig verbessert wird.

Weit weniger erfreulich präsentiert sich die Situation der Hinterbliebenen bzw. der Opfer der Katastrophe, die auch zwei Jahre nach dem Unglück noch immer auf eine Entschädigung warten. Dem Fonds fehlen 6 Mio. US-Dollar, laut ILO werden 30 Mio. US-Dollar benötigt. Der Umsatz der mindestens 29 Hersteller, die in Rana Plaza produzieren ließen, beläuft sich auf rund 20 Mrd. US-Dollar - mehr als hundertmal so viel. Allein Benetton erwirtschaftet 2 Mrd. US-Dollar. Die Modemarke schmückt sich gerne mit ihrem Engagement für Menschenrechte und Umwelt. Der italienische Moderiese Benetton liess sich knapp zwei Jahre Zeit und reagierte erst in den letzten Tagen - nach massivem öffentlichem Druck - und zahlte die letzten Tage, 1,1 Mio. US-Dollar. So zieht Benetton mit dem Textildiscounter KiK gleich.

Von den deutschen Unternehmen stehen insbesondere Adler Modemärkte, KANZ/Kids Fashion Group (Kinderkleidung z.B. für Baby Walz) und NKD sowie die Schmidt Group in der Pflicht, in den von der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) kontrollierten Entschädigungsfonds einzuzahlen.

"Es ist untragbar, das Benetton & Co. durch Stillhalten die Forderungen der Opfer vergessen lassen wollten. Durch die Halbherzigkeit der Unternehmen können die Betroffenen nicht vollständig entschädigt werden. Bleibt es dabei, bedeutet es ein partielles Scheitern des Kompensationsabkommens mit der ILO.", kritisiert Berndt Hinzmann von INKOTA, Mitglied der Kampagne für Saubere Kleidung.

Die Kampagne für Saubere Kleidung fordert deshalb # Pay Up! Entschädigung jetzt.

"Die deutsche Bundesregierung sollte dem Beispiel Frankreichs folgen und endlich ein Gesetz verabschieden, das die Unternehmen verpflichtet, Vorsorge zu tragen und bei Unfällen oder der Verletzung von Arbeitsrechten zu haften. Derzeit gibt es für den Rana-Plaza-Fonds nur freiwillige Zahlungen. Das ist unhaltbar", kritisiert Gisela Burckhardt von FEMNET, Mitglied der Kampagne für Saubere Kleidung.

Pressekontakt:

Gisela Burckhardt, FEMNET/CCC, gisela.burckhardt@femnet-ev.de,Tel.:
0152 01774080
Berndt Hinzmann, INKOTA-netzwerk/CCC, hinzmann@inkota.de, Tel.: 0160
94 69 87 70

Original-Content von: Clean Clothes Campaign - Kampagne für Saubere Kleidung, übermittelt durch news aktuell

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