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Ebermast kann Ferkelkastration erst mittelfristig ersetzen

Bonn (ots) - Die Ebermast als Alternative zur Ferkelkastration ist nicht kurzfristig zu realisieren. Das ergab eine Befragung von 120 Fleischexperten aus 23 Ländern, die die Universität Bonn im Rahmen der 1. Internationalen Fleischwoche in Bonn durchgeführt hat. Die mehrtägige Fachkonferenz wurde von dem Kompetenznetz GIQS (Grenzüberschreitende integrierte Qualitätssicherung e.V) und der Universität Bonn veranstaltet. Wie die vom Cluster Ernährung.NRW unterstützte Studie "Expertenbarometer Ebermast" weiter ausweist, geht mehr als die Hälfte der Befragten (53%) davon aus, dass eine Etablierung der Ebermast mittelfristig (bis 2019) gelingen kann. Immerhin 35% der Experten halten eine Systemumstellung erst langfristig bzw. gar nicht für realistisch.

Als wichtig für die Lösung der mit der Ebermast verbundenen Probleme bezeichneten die Experten die Entwicklung einer Technik zur Identifizierung von Ebern mit Geruchsabweichungen. Die große Mehrheit der Befragten geht vielmehr davon aus, dass die Entwicklung entsprechender Technologien frühestens mittelfristig (bis 2019) realisierbar ist.

Als überraschend wertete Prof. Monika Hartmann von der Universität Bonn die Einschätzung der Experten zu den Konsequenzen einer Umstellung auf die Ebermast: Danach sind weder auf der Ebene der Landwirtschaft, noch der Verarbeiter noch des Handels nennenswerte Veränderungen in der wirtschaftlichen Situation zu erwarten. Immerhin 44% der Experten waren der Meinung, die Ferkelkastration sollte abgeschafft werden und eine Umstellung auf Ebermast erfolgen. 36% sprachen sich für eine Kastration unter Anwendung schmerzlindernder Mittel aus. Lediglich 18% der befragten Experten befürworteten die Kastration von Ferkeln vor dem 7. Lebenstag ohne Betäubung und Schmerzlinderung.

Männliche Ferkel werden in vielen Ländern der EU in den ersten Lebenstagen kastriert, weil das Fleisch von Ebern einen unangenehmen Geruch aufweisen kann. Dies ist auch ohne Betäubung erlaubt. Allerdings fordern Tierschutz- und Verbraucherorganisationen den Verzicht auf die Ferkelkastration und damit einen Umstieg auf die Ebermast.

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