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Smart Country ist Wegweiser für die Energiewende auf dem Land
RWE zieht nach vier erfolgreichen Jahren Bilanz für sein intelligentes Verteilnetz in der Eifel

Blickten in Üttfeld auf vier Jahre Smart Country zurück (v. l.): Horst Zils, Ortsbürgermeister Üttfeld, Norbert Tautges, Ortsbürgermeister Kesfeld, Prof. Dr. Christian Rehtanz, TU Dortmund, Uwe Hüser, Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung, Andreas Kruppert, ...

Üttfeld (ots) - Das Modellprojekt Smart Country der RWE Deutschland AG hat nach vier erfolgreichen Betriebsjahren im Eifelkreis Bitburg-Prüm gezeigt, wie die Energiewende auf dem Land funktioniert. Mit intelligenten Netzkonzepten und innovativen Betriebsmitteln zeigt RWE, wie Energieversorgung umwelt- und kostenschonend gestaltet werden kann. Am heutigen Donnerstag haben das Energieunternehmen und die beteiligten Projektpartner auf dem Hof von Energiewirt Heinz Hoffmann in der Eifel Bilanz gezogen und die Erkenntnisse aus dem Praxisbetrieb vor Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft präsentiert. An der Gesprächsrunde über das Stromverteilnetz der Zukunft nahmen der rheinland-pfälzische Staatssekretär Uwe Hüser (Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung), Landrat Dr. Joachim Streit, Prof. Dr. Christian Rehtanz (Technische Universität Dortmund), Prof. Dr. Jochen Kreusel (ABB AG, Leiter Konzernprogramm Smart Grids), Dr. Joachim Schneider, Vorstand Technik der RWE Deutschland AG in Essen, und RWE-Projektleiter Dr. Torsten Hammerschmidt teil.

In der Region Smart Country erprobt RWE Deutschland seit 2011 auf rund 180 Quadratkilometern, wie die Herausforderungen für die Stromversorgung in ländlichen Gebieten gemeistert werden können. Denn der massive Zubau an dezentraler Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erfordert neue Lösungen für die Netzstabilität und die Versorgungssicherheit. Die Erzeugung aus Wind, Sonne und Biomasse ist in der Eifel bis zu 17 Mal höher als der lokale Verbrauch. Um diesen regenerativ erzeugten Strom in die verbrauchsstarken Zentren zu transportieren, werden Netze benötigt, die dies sicher und kostengünstig bewältigen.

"Der schnell wachsende Beitrag fluktuierender erneuerbarer Energien zur Energieversorgung erfordert eine neue Netzstruktur. Das Projekt Smart Country liefert wertvolle Erkenntnisse und Lösungen, wie bestehende Netze wirtschaftlicher und leistungsfähiger betrieben werden können. Die Erkenntnisse tragen dazu bei, dass die Entwicklung hin zu einer dezentralen Stromversorgung, die auf Einsparung, Effizienz und erneuerbare Energie setzt, tatsächlich gelingt", sagte Staatssekretär Uwe Hüser.

Dr. Joachim Schneider, Technikvorstand RWE Deutschland: "Die Energiewende ist in vollem Gang. In den Verteilnetzen werden mehr als 90 Prozent des in Deutschland erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien eingesammelt. Smart Country ist ein wichtiger Baustein der Energiewende, um die zunehmenden Strommengen aus regernativer Erzeugung in das Netz zu integrieren. Dazu brauchen wir intelligente technische Lösungen, wie wir sie hier in der Praxis entwickelt haben, damit Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Bezahlbarkeit der Energiewende ermöglicht werden."

"In der Eifel haben wir schon immer auf nachhaltige Energieversorgung gesetzt. Das Projekt Smart Country zeigt in einmaliger Form, wie erneuerbare Energien aus unserer Region stabil zu den Verbrauchern in die Städte gelangen. Die Zukunft der Energieverteilung vor Ort mitzugestalten, darauf sind wir hier besonders stolz. Wir im Eifelkreis Bitburg-Prüm bauen auf die Innovationskraft der Energiewende", betonte Landrat Dr. Joachim Streit.

So erweiterte RWE eine bestehende Biogasanlage im Modellnetz um den ersten netzgeführten Speicher für Biogas. Dieser speichert kontinuierlich anfallendes Gas und gibt es an ein effizientes Blockheizkraftwerk zur Strom- und Wärmegewinnung ab, wenn Sonnen- und Windkraft den Strombedarf nicht decken. Dies gleicht Schwankungen im Angebot der erneuerbaren Energien intelligent und kostengünstig aus. Der Speicher versorgt auch in Zeiten ohne ausreichende regenerative Erzeugung im Schnitt 300 Haushalte mit Strom.

Darüber hinaus erhöhen moderne Spannungsregler die nutzbare Leistungskapazität im Netz. Weitere Regler an Ortsnetzstationen und Hausanschlüsse stabilisieren die Spannung lokal. Kommunikationstechnik und moderne Netzstrukturen verbessern den Anschluss für dezentrale Anlagen. Durch derartige innovative Konzepte ergibt sich eine Alternative zum konventionellen Leitungsausbau, der um rund ein Fünftel reduziert werden kann.

Nach vier Jahren hat das Modellprojekt Smart Country damit bewiesen, dass bestehende Verteilnetze mit innovativen Konzepten auf zukünftige Versorgungsaufgaben vorbereitet werden können. So sind beispielsweise die intelligenten Regler als Lösung für die Spannungshaltung in der Mittelspannung nach der erfolgreichen Pilotinstallation heute kommerziell verfügbar. RWE selbst hat Ende 2014 den ersten innovativen Mittelspannungslängsregler der nächsten Generation in der Nähe von Bitburg in Betrieb genommen. Er fußt auf den Erfahrungen aus dem Modellprojekt.

Weitere im Praxistest bewährte Erkenntnisse aus Smart Country setzt RWE beim Netzausbau unmittelbar ein. Die Unternehmensgruppe betreibt durch den RWE-Verteilnetzbetreiber Westnetz ein rund 190.000 Kilometer langes Stromnetz. In diesen Netzregionen optimiert das Unternehmen das Verteilnetz vielfach durch die sogenannte Weitbereichsregelung. Diese Form der Spannungsregelung wurde im Eifelprojekt Smart Country erprobt und senkt Schwankungen im Netz um fast 30 Prozent. Das Konzept basiert auf der Erkenntnis, dass die Spannung durch den Einbau von wenigen weit entfernten Mess-Sensoren im Netzgebiet besser stabilisiert werden kann. Dies ist vor allem für die Wirtschaftlichkeit zukünftiger Verteilnetze von Bedeutung.

Smart Country stößt seit vier Jahren auch auf starkes Interesse von ausländischen Fachbesuchern und Journalisten. So konnten die Projektpartner zahlreiche Gäste in der Eifel begrüßen, zum Beispiel Delegationen aus Österreich, der Schweiz, England, Belgien, Tschechien, der Türkei, Taiwan und China. Das Modellprojekt von RWE ist der erstmalige Preisträger des hessischen Staatspreis für intelligente Energie.

Partner im Forschungsprojekt Smart Country sind der Anlagenhersteller ABB, die TU Dortmund und das Beratungsunternehmen Consentec. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf rund sieben Millionen Euro. Davon hat die Bundesregierung im Rahmen der Forschungsförderung durch das Wirtschaftsministerium rund drei Millionen Euro getragen.

Weitere Informationen zu Smart Country unter: www.rwe.com/smartcountry.

Pressekontakt:

Sebastian Ackermann
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T 0201 12-23802
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