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Betrieb des weltweit längsten Supraleiterkabels liefert erste technologische Erkenntnisse
RWE zieht nach 180 Tagen Zwischenbilanz bei AmpaCity in Essen/Vorzeigeprojekt hat Erwartungen übertroffen

Betrieb des weltweit längsten Supraleiterkabels liefert erste technologische Erkenntnisse / RWE zieht nach 180 Tagen Zwischenbilanz bei AmpaCity in Essen/Vorzeigeprojekt hat Erwartungen übertroffen
Zogen nach 180 Tagen eine erste Zwischenbilanz im Projekt AmpaCity: Jürgen Reichardt, Leiter Regionalzentrum Ruhr-Niederrhein bei Westnetz, Prof. Dr. Mathias Noe, Institutsleiter am Karlsruher Institut für Technologie, Dr. Johannes Georg Bednorz, Nobelpreisträger für Physik, Dr. Joachim Schneider, Technikvorstand RWE Deutschland, Uwe ...

Essen (ots) - 180 Tage oder 4.300 Stunden - so lange steht der Essener Supraleiter nun unter Strom. RWE hat am heutigen Montag, 27. Oktober, mit seinen Projektpartnern eine positive Zwischenbilanz bei AmpaCity gezogen. So hat das weltweit längste Supraleiterkabel die Erwartungen bei Weitem erfüllt. Der Supraleiter transportiert fünfmal so viel Strom wie ein herkömmliches Kupferkabel und das nahezu verlustfrei. Seit der Inbetriebnahme am 30. April dieses Jahres hat RWE über das einen Kilometer lange Kabel rund 20 Millionen Kilowattstunden geliefert, was dem Anschluss von etwa 10.000 Essener Haushalten entspricht.

Fördermittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) hatten das mittlerweile weltweit beachtete Vorzeigeprojekt AmpaCity ermöglicht. "Die Energiewende braucht mutige Innovationen, um das Energiesystem von morgen effizient und sicher zu gestalten. Daher haben wir dieses exzellente Projekt bewusst für die Förderung durch unser Energieforschungsprogramm ausgewählt", sagte Uwe Beckmeyer, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundeswirtschaftsminister für Wirtschaft und Energie, während seines Besuchs in Essen.

So steuerte das BMWi 5,9 Millionen Euro zu den insgesamt 13,5 Millionen Euro Projektkosten bei, die RWE und seine Partner in das Vorhaben investierten. Diese sind der Kabelhersteller Nexans und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Nexans konstruierte neben dem Supraleiter auch einen supraleitenden Kurzschlussstrom-Begrenzer für den Testbetrieb. Das KIT hat den Feldversuch wissenschaftlich begleitet.

Die Hochtemperatur-Supraleitung und damit der Stromtransport bei minus 200 statt bei minus 270 Grad Celsius geht zurück auf die Forschung von Professor Alex Müller und Dr. Johannes Georg Bednorz, die dafür im Jahr 1987 den Physik-Nobelpreis erhielten. Durch die Eigenschaften des supraleitenden Materials, einer besonderen Keramik, und dessen Kühlung auf minus 200 Grad Celsius wird das Kabel zu einem idealen elektrischen Leiter. In Essen ersetzt das 10.000-Volt Supraleiterkabel eine herkömmliche 110.000-Volt-Leitung. Dadurch wird es möglich, die Zahl der Umspannanlagen zu reduzieren und an den Rand von Städten zu verschieben. Auf diese Weise werden wertvolle Flächen in innerstädtischen Bereichen frei.

Nach 180 Tagen Betrieb haben die Projektpartner nun ein erstes Fazit gezogen. "Der Betrieb verläuft bisher reibungslos. Wir haben wertvolle technologische Erkenntnisse gesammelt, die uns dabei geholfen haben, das Gesamtsystem des Supraleiters weiter zu optimieren", sagte Dr. Joachim Schneider, Technikvorstand der RWE Deutschland. So nahmen die Projektpartner Änderungen in der Systemüberwachung vor, um den Supraleiter optimal in das Schutzsystem des Essener Stromnetzes einzubinden. Zudem passten sie den Kühlkreislauf des Kabels den speziellen Anforderungen von AmpaCity an.

Die technologischen Erkenntnisse des Projektes stoßen auch im In- und Ausland auf großes Interesse. So ließen sich Delegationen aus Frankreich, Ghana, den USA, China und Japan bereits die Technologie in Essen vor Ort erklären.

Weitere Informationen und Hintergründe unter: www.rwe.com/ampacity

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