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KOMPASS Auslandsreportage: Der große Exodus - Südosteuropas Elite wandert aus
Dienstag, 22.05.2001, 22.35 Uhr

    München (ots) -

    Autor: Peter Miroschnikoff
    
      Jeder dritte Rumäne würde seine Heimat verlassen, Richtung Westen
emigrieren, wenn er nur könnte. In Bosnien haben 62 % der Oberschüler
diesen Zukunftswunsch. Rund 3 Millionen, so eine letzte Schätzung,
sind nach der politischen Wende in Südost-europa aus
postsozialistischen Ländern ausgewandert, legal oder illegal.
Darunter mehr als eine halbe Million Serben während der
Milosevic-Herrschaft. Politiker halten das für nicht so alarmierend,
hatte man doch ursprünglich eine wahre Völkerwanderung befürchtet.
Obgleich dieser Exodus sich nachhaltig auf die Entwicklung der
gesamten Region auswirken dürfte. Denn es sind vor allem Akademiker,
die Flexibelsten und Kreativsten, die Südosteuropa den Rücken kehren,
nicht länger auf eine bessere Zukunft hoffen und warten wollen. Der
Weggang dieser Elite aber ist für diese Staaten kaum zu kompensieren.
Weder für den mühsamen Demokratisierungsprozess, noch für die noch
immer fundamentalen wirtschaft-lichen und sozialen Probleme. Die
Reportage zeigt das "Standard-Beispiel" einer jungen Familie in
Rumänien: Ein momentan arbeitsloser Filmregisseur und seine Frau -
eine Zahnärztin. Um sich und ihrem Söhnchen eine bessere Zukunft zu
sichern, sitzen sie schon auf Koffern, um nach Kanada zu reisen.
Sogar der schon mit einem Preis ausgezeichnete junge Genforscher in
Sarajewo lässt sich nicht zurückhalten. Bosnien bietet ihm weder eine
ausreichende Existenzgrundlage noch eine verlässliche
Zukunftsperspektive. Mit seiner Frau, einer angehenden
Marketingexpertin, und Sohn Tin will der Biologe demnächst
auswandern: Nach Australien, zur Schwester, die dort schon beruflich
Fuß gefasst hat. Und mit einem Freundeskreis, der es ihm und seiner
Familie am liebsten bald nachmachen möchte.
    
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