Komitee gegen den Vogelmord e. V.

Schlag gegen Wilderei in Italien: Polizei verhaftet 42 Vogelfänger / Umweltminister besucht Komitee-Vogelschutzcamp

Bonn/Mailand (ots) - Vogelschützern ist ein Schlag gegen den illegalen Vogelfang für Restaurants in Italien gelungen. Mitglieder des Komitees gegen den Vogelmord haben in den letzten drei Wochen gemeinsam mit Forstpolizisten rund um den Gardasee mehr als 2314 illegale Fallen und 118 Netze für den Fang von Singvögeln abgebaut. Wie das Komitee mitteilt, sind bei der Aktion in der Provinz Brescia bisher 160 als Lockvögel gehaltene Tiere befreit und 42 Wilderer in flagranti an ihren Fangplätzen erwischt worden. "Bei anschließenden Hausdurchsuchungen fand die Polizei weitere Fallen und Tiefkühtruhen, die randvoll mit geschützten Arten waren", berichtet Komiteevorsitzender Heinz Schwarze. Trauriger Höhepunkt der Razzien war der Fund von insgesamt 421 bereits für den Verzehr vorbereiteter Rotkehlchen und Wintergoldhähnchen, die ein Vogelfänger in seinem Kühlschrank aufbewahrte.

Der Verzehr von Singvögeln als besondere Delikatesse hat in Italien eine lange Tradition. Jagd und Verkauf der Tiere sind ein Millionengeschäft, an dem zahlreiche Wilderer verdienen. Die norditalienische Provinz Brescia ist eine der Hochburgen des illegalen Fangs für Restaurants, die trotz eindeutiger Verbote immer noch Singvögel auf der Speisekarte führen. Um dagegen vorzugehen, veranstaltet das Komitee dort jedes Jahr großangelegte Suchaktionen, an denen sich Freiwillige aus ganz Europa beteiligen. Das diesjährige Vogelschutzcamp dauert noch bis Anfang November.

Prominentester Teilnehmer des Einsatzes ist Bayerns Umweltminister Dr. Markus Söder, der die Teams des Komitees einen Tag lang beim Fallensuchen begleitete. "Viele bayerische Singvögel sind Opfer der Wilderer. Dadurch wird auch unsere Artenvielfalt bedroht", so der bayerische Staatsminister. In der Nähe der Ortschaft Nave, unweit der Provinzhauptstadt Brescia, wurden Söder und seine Mitstreiter auch fündig: In einem Berghang entdeckten die Vogelschützer insgesamt 12 Bogenfallen (ital. archetti), ein großes Fangnetz für Singvögel und einen als Lockvogel in einen Käfig gesperrtern Erlenzeisig. Mit Unterstützung des Ministers wurden alle Fanggeräte abgebaut und der Zeisig freigelassen.

Pressekontakt:

V.i.s.d.P. und Kontakt für weitere Informationen sowie Bildmaterial:

Axel Hirschfeld (Pressesprecher), Komitee gegen den Vogelmord e.V.,
Auf dem Dransdorfer Berg 98, D-53121 Bonn, presse@komitee.de,
Tel.: 0049 179 480 3805

Aktuelle Informationen über die Anzahl der eingesammelten Fallen und
verhafteten Fänger können unserem online-Tagebuch unter
http://www.komitee.de/index.php?herbst2009 entnommen werden.
Original-Content von: Komitee gegen den Vogelmord e. V., übermittelt durch news aktuell

Das könnte Sie auch interessieren: