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Siegel-Fusion von Rainforest Alliance und UTZ
Chance für Bauern und Konsumenten

Berlin (ots) - Gestern haben die beiden größten Zertifizierungsorganisationen im Kakaosektor Rainforest Alliance und UTZ verkündet, unter dem Namen "Rainforest Alliance" zu fusionieren. Bis Anfang 2019 wollen die Zertifizierer einen neuen gemeinsamen Standard veröffentlichen. Die INKOTA-Kampagne Make Chocolate Fair! appelliert an die neue Organisation, Strategien zu entwickeln, damit zertifizierte Kakaobauernfamilien ein existenzsicherndes Einkommen erzielen. Davon seien sowohl Rainforest Alliance als auch UTZ bisher weit entfernt. Für Konsumenten bringe die Fusion etwas Licht in den unübersichtlichen Siegel-Dschungel im Kakaosektor.

"Für uns ist entscheidend, ob die Fusion dazu beiträgt, die Lebenssituation von Kakaobauern und -bäuerinnen zu verbessern", erklärt INKOTA-Referent Johannes Schorling. "Bisher leben die meisten Bauern und Bäuerinnen, die durch Rainforest Alliance und UTZ zertifiziert sind, unterhalb der Armutsgrenze. Die neue Organisation muss sich daran messen lassen, ob es ihr in Zukunft gelingt, ein existenzsicherndes Einkommen für Kakaobauernfamilien zu gewährleisten."

Make Chocolate Fair! definiert Kakao nur dann als nachhaltig, wenn die Produzenten vom Anbau sowohl die Grundbedürfnisse ihrer Familie als auch Investitionskosten in ihre Plantagen abdecken können. Die europäische Kampagne fordert UTZ und Rainforest Alliance auf, Berechnungen zur Höhe von existenzsichernden Einkommen einzubeziehen, wenn sie ihren gemeinsamen Standard ausarbeiten.

UTZ und Rainforest Alliance sind die beiden größten Nachhaltigkeitssiegel für Kakao und Schokolade. Gemeinsam zertifizieren sie fast 40 Prozent der globalen Kakaoernte. Die Zertifizierer stehen jedoch wegen ihrer niedrigen Standards in der Kritik. Anders als zum Beispiel Fairtrade verfügt weder Rainforest Alliance noch UTZ über einen garantierten Mindestpreis für Kakao. In der gegenwärtigen Situation, in der der Kakaopreis innerhalb weniger Monate um mehr als ein Drittel abgestürzt ist, bieten sie den Bauern und Bäuerinnen daher keinen Schutz.

Aus Sicht der Konsumenten sei die Fusion zu begrüßen, da weniger Siegel zu mehr Klarheit beim Einkauf beitragen. Auch für die Kakaobauern und -bäuerinnen biete die Vereinheitlichung der Standards eine Chance. Denn künftig könnten sie den Aufwand und die Kosten für eine Doppel-Zertifizierung vermeiden. "Entscheidend ist aber, dass die bisherigen Standards nicht ausreichen, um die Armut im Kakaoanbau wirksam zu bekämpfen", kritisiert Johannes Schorling. "Wir werden den Fusionsprozess genau beobachten und uns dafür einsetzen, dass der neue Standard den großen Herausforderungen im Kakaoanbau wirklich gerecht wird."

Weitere Informationen:

Infoblatt "Zertifizierte Schokolade - was steckt hinter den Siegeln?": http://ots.de/t4fLf

Grafik "Nachhaltigkeitssiegel im Vergleich": http://ots.de/uzNwd

Pressemappe mit Hintergrundinformationen zum Thema Schokolade: https://www.inkota.de/presse/pressemappen/make-chocolate-fair/

Pressekontakt:

Johannes Schorling, INKOTA-netzwerk und Make Chocolate Fair!, Tel.:
+49 (0)30 - 420 820 257, Mobil: +49 (0)176-99 79 3374, E-Mail:
schorling@inkota.de

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