DLRG - Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

DLRG Bilanz: 2008 mehr tödliche Badeunfälle als im Vorjahr
408 Menschen in den vergangen acht Monaten ertrunken

Bad Nenndorf (ots) -

   Unbewachte Badestellen an Binnengewässern erneut
   Unfallschwerpunkt. Todesfälle bei Kindern bis fünf Jahren 
   rückläufig 

Die Zahl der tödlichen Badeunfälle in Deutschland ist bis Ende August deutlich angestiegen. Insgesamt registrierte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. bis zum Ende des Monats mindestens 408 Ertrinkungsfälle - 48 mehr als in den ersten acht Monaten des Jahres 2007. Insbesondere im Juli (79/ +27) und August (54/ +23) aber auch während des warmen Mai (63/ +23) sind 2008 deutlich mehr Menschen ertrunken.

Darüber hinaus berichteten die DLRG-Einsatzleitungen für die deutsche Nord- und Ostseeküste von zahlreichen Lebensrettungen. Mehrere Dutzend Badegäste und Urlauber konnten die Rettungsschwimmer in letzter Minute vor dem Ertrinken bewahren. Übereinstimmend erklärten sie, dass häufig die rote Flagge missachtet wurde, die ein absolutes Badeverbot signalisiert.

DLRG-Präsident Dr. Klaus Wilkens dazu: "Entweder handeln die Menschen verantwortungslos, oder sie kennen die Bedeutung der Flagge nicht, obwohl dieses Signal seit Jahren das Baden verbietet. Darüber hinaus stellen wir beim Baden eine zunehmende Selbstüberschätzung und vermehrt leichtsinniges Verhalten bei Schwimmern und Wassersportlern fest".

Trotzdem gehörten die im Sommer von DLRG Rettungsschwimmern bewachten Badestellen an der Küste auch 2008 wieder zu den sicheren Badegewässern. Hier kam es nur zu neun tödlichen Badeunfällen, noch einmal zehn weniger als 2007. Auch in Schwimmbädern sank die Zahl noch einmal- dort ertranken nur 8 Menschen, fünf weniger als 2007. Stark angestiegen ist dagegen erneut die Zahl tödlicher Badeunfälle in Flüssen und Seen. Insgesamt ertranken an diesen - überwiegend unbewachten - Gewässern 311 Menschen, noch einmal 41 mehr als 2007. An Flüssen und Seen ereigneten sich damit mehr als drei Viertel aller Ertrinkungsfälle. In Kanälen und Hafenbecken ertranken 2008 drei Menschen, in Gartenteichen neun, in Gräben acht und an sonstigen Stellen 29.

Einen starken Anstieg der tödlichen Badeunfälle gab es in Bayern und Niedersachsen. In Bayern ertranken 86 Menschen (+25), in Niedersachsen 53 (+11) Menschen. Diese beiden Bundesländern rangieren daher in der Statistik auch auf den Plätzen eins und zwei, vor Nordrhein- Westfalen, mit 51 (-1) Ertrinkungsfällen. Die wenigsten Menschen ertranken in Bremen mit zwei (-2), im Saarland mit vier (-1) und in Thüringen mit 7 (+2) Fällen. Den stärksten Rückgang verzeichnete Sachsen-Anhalt, wo 2008 acht Menschen - neun Menschen weniger als 2007 ertranken.

Wie in den vergangenen Jahren ist auch 2008 der Großteil der ertrunkenen Personen männlich. 296 Männern stehen 109 Frauen in der Statistik gegenüber. Wie schon im vergangenen Jahr steigt jedoch der prozentuale Anteil der Frauen an den Ertrinkungsfällen. 2007 stellten sie 25,8%, in diesem Jahr bereits 26,7%.

Auch in der Altersverteilung zeigt sich das seit einigen Jahren zu beobachtende Bild mit sinkenden oder stagnierenden Unfallzahlen bei Kindern und Jugendlichen und deutlich steigenden Unfallzahlen bei älteren Menschen. So stieg die Zahl bei den über 50jährigen stark an - allein in der Altersklasse 51 bis 55 Jahre um 10 Fälle auf 33. Insgesamt stellen Personen über 50 Jahre 210 Ertrinkungsfälle - knapp über die Hälfte aller Todesfälle durch Ertrinken.

In der Altersklasse 0-5 Jahre ertranken 11 Kinder, bei Grundschülern bis 10 Jahre 13 Kinder. In diesen beiden Altersgruppen ist die Zahl der tödlichen Badeunfälle mit 24 damit im Vergleich zum Vorjahr (23) praktisch konstant geblieben. Dass die Zahl der ertrunkenen Grundschulkinder um sechs gestiegen ist, nimmt die DLRG jedoch erneut zum Anlass an Eltern und Schulen zu appellieren, die Schwimmausbildung der Kinder im Grundschulalter nicht zu vernachlässigen. Nur die Schulen sind in der Lage, Schwimmunterricht über alle Gesellschaftsschichten hinweg zu organisieren - dieser Verantwortung müssen sie sich in Zukunft wieder vermehrt stellen. Dennoch dürfen die Eltern bei der Schwimmausbildung ihrer Kinder nicht nur auf die Schulen zeigen, sondern sind gefordert, selbst aktiv zu werden. Darauf wies anlässlich des Weltkindertages am 20. September zuletzt der Arbeitskreis Frauen in der DLRG hin: "Der beste Schutz vor dem Ertrinkungen ist das Schwimmen lernen, hier sind die Eltern in einer besonderen Verantwortung. Die DLRG bietet in über 2000 Gliederungen Schwimmunterricht an."

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