DLRG - Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

Scharbeutz und Sierksdorf mit Prädikat "Bewachter Strand" ausgezeichnet
DLRG-Präsident Dr. Wilkens kritisiert Aufhebung des Badestellenerlasses in Schleswig-Holstein

Bad Nenndorf/Scharbeutz (ots) - Der Präsident der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Dr. Klaus Wilkens, hat heute die Gemeinden Scharbeutz und Sierksdorf mit der Flagge "Bewachter Strand/Lifeguarded Beach" ausgezeichnet. Im Rahmen einer Feierstunde im Kurparkhaus Scharbeutz übergab er Flagge und Urkunde an die Bürgermeister Volker Owerien (Scharbeutz) und Bodo Willert (Sierksdorf).

Die Auszeichnung wird von der International Life Saving Federation of Europe (ILSE) an Städte und Gemeinden verliehen, die ihre Strände und Badestellen einer Risikoanalyse unterzogen und entsprechende Maßnahmen zur Absicherung getroffen haben. International zertifizierte Gutachter des europäischen Verbandes haben im vergangenen Jahr den elf Kilometer langen Strand zwischen Scharbeutz und Sierksdorf unter Sicherheitsaspekten geprüft und detailliert bewertet. Die Risikoanalyse ist ein Bewertungskatalog, der Antwort gibt auf die Frage: Wie viel Personal und Material wird benötigt, um die Badestelle gegen Ertrinken, Verletzungen und andere Schädigungen der Nutzer abzusichern? Sie ist eine Soll-Vorgabe.

Die 23-seitige Dokumentation kommt zu dem Ergebnis, dass der geprüfte Strand über eine sehr gute Ausstattung an Lebensrettern und Material zur Vorbeugung von Unfällen sowie für Rettungs- und Erste-Hilfe-Maßnahmen verfügt. Dr. Wilkens in seiner Begründung: "Der geprüfte Strand erfüllt alle Kriterien für die Verleihung der Flagge ,Bewachter Strand', die einen Rettungsschwimmer auf rotem Grund darstellt. Es spricht für die Verantwortung der beiden Gemeinden gegenüber ihren Gästen, ein hohes Maß an Sicherheit und Vorbeugung zu bieten".

Der DLRG-Präsident kritisierte bei der Verleihung die Aufhebung des Badestellenerlasses durch die schleswig-holsteinische Landesregierung: "Die Entscheidung ist nicht im Sinne der Menschen, die an den Küsten Schleswig-Holsteins Erholung suchen und die Sicherheit eines bewachten Strandes zu schätzen wissen. Die internationale Auszeichnung 'Lifeguarded Beach' bietet den Kommunen jetzt eine hochwertige Alternative, die Lücke zu schließen, die die Landesregierung gerissen hat".

Hintergrund der Sicherheitsoffensive ist die hohe Zahl der Ertrinkungsfälle in Europa. Pro Jahr verlieren nahezu 40.000 Menschen in europäischen Gewässern ihr Leben, die meisten an unbewachten Stränden und Badestellen an Binnengewässern. Wissenschaftler und Experten waren sich in der Weltkonferenz für Wassersicherheit in Porto einig, 80% aller Todesfälle durch Ertrinken könnten verhindert werden. "Die Risikobewertung ist ein fundiertes Gutachten und es gibt Sicherheitsempfehlungen für die Betreiber der Badestellen. Gute Informationen über Gefahren und ein von Rettungsschwimmern bewachter Strand sind der richtige Weg, die Opferzahlen zu senken. Das Thema Sicherheit ist heute gerade im Tourismus ein wichtiges Marketinginstrument", so der DLRG-Präsident.

Die Risikoanalyse bewertet unter anderem Größe, Beschaffenheit, Nutzung und Aktivitäten des Gebietes zu Lande und zu Wasser, Gefahren und Risiken, Zugänge für Rettungsdienste sowie öffentlich zugängliche Rettungsmittel, spezielle Hinweistafeln, Signale und Zeichen sowie vorhandene Einrichtungen des Wasserrettungsdienstes. Am Beispiel von Scharbeutz und Sierksdorf wurden auch potenzielle Gefahren wie die Seebrücke, Bunen, Strömungsverhältnisse, Sandbänke und Senken, aber auch das Geländeprofil und Entfernungen zwischen Rettungseinrichtungen geprüft.

Pressekontakt:

Martin Janssen, Pressesprecher der DLRG,
Telefon: 0172 / 4244582
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