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Kölnische Rundschau: zu Afd/Gauland/Katholikentag (Neufassung, ersetzt Lieferung von 17.00)

Köln (ots) - Schäbiger geht es nicht. Nein, AfD-Vize Alexander Gauland will den Fußballspeiler Jérôme Boateng nicht rassistisch beleidigt haben. Er hat doch nur beschrieben, was die Leute so denken: Gauland, der Analytiker.

Gut, dass beide Parteichefs sich von diesen Äußerungen distanziert haben - Frauke Petry mit einer Argumentation für Feinschmecker: Gauland könne sich nicht mehr erinnern, was er gesagt habe. Im Klartext: Hätte Gauland zum Katholikentag gedurft, dann hätte er sich vielleicht über Gehirnjogging-Angebote der Caritas informieren können, aber für eine maßgebliche Rolle kommt er bei der von seiner Parteifeindin Petry gestellten Diagnose nicht in Betracht. Ein Exempel für den Machtkampf zwischen Rechten und ganz Rechten in einer Partei, die von ihrer Zerrissenheit neuerdings mit schriller Kirchenkritik ablenkt.

Dabei machen es die Kirchen der AfD allzu leicht. Wenn der Katholikentag dem Bundespräsidenten dazu dient, die AfD-Leute als "Dödel" zu bezeichnen, Parteimitglieder aber Auftrittsverbot erhalten, dann verabschiedet sich das Laientreffen von seiner Rolle als Forum für die großen Themen. Wo sonst könnte man AfD-Co-Chef Jörg Meuthen denn fragen, wie er als Katholik eine Partei führen kann, aus der heraus Schüsse auf Flüchtlinge gefordert wurden. Man hatte ja auch die Linkspartei zu Gast - trotz Sahra Wagenknechts Haltung zur Flüchtlingspolitik.

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