Kölnische Rundschau

Kölnische Rundschau: Kölnisceh Rundschau zum Klimagipfel

    Köln (ots) - Gewagtes Spiel

    WERNER GROSCHzum Klimagipfel

    Barack Obama hat wieder mal ein Zeichen gesetzt. Just am Wochenende vor Beginn des Klimagipfels kündigt er an, zur entscheidenden Phase der Konferenz nach Kopenhagen zu reisen - und nicht in der ersten Woche, in der er ohnehin zur Verleihung des Friedensnobelpreises in der Nähe ist. Das ist ein starkes Zeichen, aber auch ein gewagtes Spiel.

    Schon die Pleite bei der Vergabe der Olympischen Spiele 2016, bei der Obama und seine Frau persönlich und vergeblich für Chicago warben, hat vorgeführt, dass auch der Einfluss des US-Präsidenten begrenzt ist. Eine Demonstration, die im Übrigen nur gut war. So hat das IOC seine Unabhängigkeit nachgewiesen. Scheitert aber der Klimagipfel, dann ist der Schaden für den US-Präsidenten ungleich größer.

    Das aber ist noch nicht das ganze Risiko. Obama muss ein starkes Angebot im Gepäck haben, wenn er kommt. Und das muss er erst noch durch den Kongress bringen. Die Widerstände gegen ehrgeizige Ziele und vor allem globale Verpflichtungen sind auch in seiner eigenen Partei noch immer nicht erlahmt. Die Gefahr ist groß, dass es Obama nachher geht wie Al Gore 1997, der in Kyoto als Vizepräsident die Verhandlungen führte und ein Abkommen mit unterschrieb, das die USA dann nie ratifizierten.

    Dennoch: Obama setzt den Kessel unter Dampf. Das wird der Konferenz gut tun, deren Chancen in den vergangenen Wochen schon munter kleingeredet wurden. Jetzt ist es unter anderem an der EU, ein weiteres Zeichen zu setzen. Von den Europäern werden vor allem Finanzzusagen an die Entwicklungsländer erwartet. Und die wären keine milde Gabe, sondern nur die Konsequenz aus der Tatsache, dass hier und in den USA die Hauptverantwortlichen für den längst begonnenen Klimawandel sitzen.

    Umweltminister Röttgen hat nun gefordert, dass das Ziel, die Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, unbedingt Teil eines neuen Abkommens sein muss. Wenn das ernst gemeint ist, dann muss auch die EU über ihre bisherigen Versprechungen hinausgehen.

Pressekontakt:
Kölnische Rundschau
Engelbert Greis
print@kr-redaktion.de

Original-Content von: Kölnische Rundschau, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Kölnische Rundschau

Das könnte Sie auch interessieren: