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Kölnische Rundschau: Kölnische Rundschau Kommentar zur Förderung von Elektroautos

    Köln (ots) - Mutiger Schritt

    MARKUS GRABITZ, Berlin,zur Förderung von Elektroautos

    Die Koalition traut sich noch was. Sie nimmt eine halbe Milliarde Euro in die Hand und legt ein ehrgeiziges Programm zur Förderung von Elektroautos auf. Das ist mutig, weil es eine (Vor-)^Festlegung ist: Derzeit sieht es zwar so aus, als ob die Brennstoffzelle als Zukunftstechnologie leicht an Boden verloren habe. Aber damit ist noch lange nicht gesagt, dass das Auto an der Steckdose letztlich das Rennen machen wird.

    Beherzt ist das Programm auch im Hinblick auf die heimischen Autohersteller. Alle setzen darauf, dass die Autofahrer noch möglichst lange Verbrennungsmotoren kaufen. Daimler, BMW, VW und Co. investieren gegenwärtig massiv in spritsparende Motoren. Sie treibt die Sorge um, dass der Umstieg auf die neue Technologie schneller kommt als ihnen lieb ist, wenn der Staat die Technik anschiebt.

    Es kann aber letztlich nicht darum gehen, Rücksicht auf die heimische Schlüsselindustrie zu nehmen. Es muss oberstes Ziel sein, dass Deutschland seinen Ruf in der Welt als Standort der Spitzentechnologie verteidigt. Der Staat muss also klotzen.

    Dass sich der Staat in die Förderung der "E-Mobilität" massiv einschaltet, ist in der Sache zwingend. Im Prinzip ist zwar bereits alles erfunden, was für eine "E-Motorisierung" in großem Stil notwendig ist. Nur an der Serienreife hapert es noch. Vor allem die "Tankstellen"-Infrastruktur und die Speichertechnologie, also leistungsstarke Batterien, sind harte Nüsse, die geknackt werden müssen. Da stehen die Ingenieure vor so komplexen Herausforderungen, dass einzelne Konzerne und auch die deutsche Industrie als Ganzes überfordert sind. Da bedarf es wirklich des zentralen Anschubs.

    Es ist in gewisser Weise vergleichbar: Der Abgas-Katalysator war hierzulande lange chancenlos. Das Umweltbewusstsein war vielleicht da, nur an Tankstellen gab es kein bleifreies Benzin. Erst als sich der Staat dahinter klemmte, setzte sich die Technik durch. Womöglich erleben wir bei Elek^troautos etwas ganz Ähnliches.

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