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Kölnische Rundschau: Zur Studie über Jugend und Gewalt

    Köln (ots) - Jede neue Jugendstudie zeigt immer wieder vor allem eins: Bildung ist alles. Fast alles, natürlich, aber der Zusammenhang zwischen den Bildungschancen und der Neigung zu Kriminalität und Gewalt ist unübersehbar. Diese Erkenntnis beruht nicht nur auf den aktuellen Befragungen, sondern auf vielen Studien, die unter anderem vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen gemacht worden sind. Und zwar nicht bloß in der Theorie: Intensive Bildungsarbeit hat beispielsweise in Hannover die Zahl der Gewaltdelikte von Jugendlichen spürbar und messbar sinken lassen. Bildungsarbeit bedeutet in diesem Fall, da es vordringlich um die extrem hohe Gewaltbereitschaft unter Migrantenkindern geht, ganz wesentlich auch: Integration. Wenn Kinder in ihren Familien Gewalt als Normalität erleben, kann nur aktive Einbindung in einen gewaltfreien Bildungsprozess verhindern, dass sie diese Normalität weitergeben. Die Studie aus Niedersachsen böte beste Gelegenheit, eine neue Leitkulturdebatte zu starten. Vermutlich wäre es aber sinnvoller, darüber zu reden, wie der jungen Generation Hilfestellungen gegeben werden können. Wertvorstellungen aufzwingen kann niemand. Was bleibt, ist die Demonstration der Vorzüge einer Gesellschaft, in der gewaltbehaftete männliche Klischees der Vergangenheit angehören, in der Intelligenz, Offenheit und Leistungswille belohnt werden statt vorgeführter Macht und präpotentem Gehabe. Dass auch die deutsche Gesellschaft für diesen Weg lange braucht, zeigt ja die Studie ebenso. Noch in den 1990er Jahren, die sicher niemand als Ära schwarzer Pädagogik betrachtet, war Gewalt in der Erziehung viel verbreiteter als heute. Inzwischen hat sich da noch einiges getan, und das hat auch zur Folge, dass Jugendliche Gewalt in ihrer Umgebung häufiger ächten. Bildung, Integration und die Reduzierung der Gewalt in Familien nennt der Soziologe Dirk Baier die Mittel der Wahl. Das kann man ganz einfach unterschreiben.

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