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Kölnische Rundschau: Kölnische Rundschau Kommentar zu Israel

    Köln (ots) - Naiv?

    SANDRO SCHMIDT zum Nahen Osten

    Zehntausende in Deutsch land, Hunderttausende weltweit protestieren inzwi schen gegen die anhaltende Of fensive im Gaza-Streifen: für Is rael gehen nur vergleichsweise wenige auf die Straße.

    Nun mag man mit Recht die Unverhältnismäßigkeit der Mit tel kritisieren, mit denen Israels Armee ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung Stellungen der Hamas bombardiert (die aller dings ihrerseits die eigene Zivil bevölkerung als Schutzschild missbraucht). Man kann auch beklagen, dass Israel den Gaza-<> Streifen jahrelang nahezu aus gehungert, den Friedenspro zess der 90er Jahre schuldhaft verschleppt und so wesentlich zur Radikalisierung der Bevöl kerung beigetragen hat. Doch der entscheidende Unterschied zu früheren Waffengängen ge gen die Palästinenser ist nun: Mit der gemäßigten Fatah wäre Frieden möglich gewesen. Die seit Juni 2007 im Gazastreifen herrschende Hamas lehnt ei nen solchen offen ab. Und eine Terrororganisation, die sich im mer noch zur Vernichtung Isra els bekennt und mit Raketen angreift, kann man nicht unbe schränkt gewähren lassen.

    Die Demonstranten müssen also aufpassen, dass sie sich nicht - überwiegend zwei felsohne aus lauteren Motiven - ins falsche Boot setzen und von radikalen Fundamentalis ten propagandistisch missbrau chen lassen. Das wäre naiv.

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