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Kölnische Rundschau: zum Integrationsgipfel

    Köln (ots) - Ein deutscher Obama hat sich beim Integrationsgipfel nicht gefunden. Dass ein Bundesbürger, der, sagen wir, in Ankara aufgewachsen ist, in Deutschland Bundeskanzler werden könnte - das ist noch Utopie. Es wäre ja auch der Endpunkt einer geglückten nationalen Integrationsgeschichte. Dabei hapert es hierzulande ja noch mit den Anfängen. Die frühkindliche Förderung, das Heranführen an gleiche Bildungschancen, das steckt in den Anfängen. Dabei ist der Bedarf riesig. Und genau deshalb ist es ohne Wenn und Aber gut, dass die Kanzlerin mit den Integrationsgipfeln einen Prozess angestoßen hat. Diese Treffen sind eben nicht - wie anfangs da und dort vermutet wurde - symbolträchtige Showveranstaltungen, auf denen nur viel heiße Luft abgelassen wird. Inzwischen sind auch die lästigen Anfangsstreitereien, wer die türkische Gemeinde in Deutschland vertreten soll, weitgehend beendet. Die Gespräche haben Initiativen angestoßen, vor allem haben sie Problembewusstsein in der Politik geschaffen, weil hier endlich die Betroffenen zu Wort kommen. Es ist begrüßenswert, dass die Regierung sich nun feste und nachprüfbare Integrationsziele setzen will. Das zwingt zu Fortschritten. Wir können es uns angesichts der demografischen Entwicklung und der globalen Wettbewerbssituation gar nicht leisten, die Talente der Migranten ungenutzt zu lassen. Daraus leiten sich übrigens auch Pflichten für die Gesellschaft ab. Das wäre der notwendige nächste Schritt: Ein Bewusstsein zu schaffen dafür, dass die Bringschuld der Migranten Hand in Hand gehen muss mit einer größeren Offenheit der Mehrheitsgesellschaft. Als Einbahnstraße funktioniert Integration nicht.

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