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Kölnische Rundschau: Kölnische Rundschau Kommentar zur Weltfinanzkrise

Köln (ots) - Kapitulation HERMANN STEVEKER zur Welt-Finanzkrise Als Horst Köhler im Mai die Finanzmärkte zum "Mons ter" erklärte, prasselte die Kri tik auf den Bundespräsidenten nur so nieder. Branchenvertre ter, die jahrelang von einem aufgeblähten System profitier ten, polterten über die man gelnde Sensibilität Köhlers. Vermeintliche Fachleute aus Wirtschaft und Politik ließen assistierend wissen, das Schlimmste der Finanzkrise sei ohnehin vorüber. Nach der De vise: Kein Monster weit und breit, Ruhe bewahren. Die vergangenen Tage dürften auch den letzten Zweifler davon überzeugt haben, dass der Bundespräsident Recht hatte. In New York spielen sich bis lang kaum für möglich gehalte ne Dramen ab. Banken stürzen nach und nach - von den fünf größten US-Investmenthäusern dürfte nur noch eines ei genständig überleben. Der einst größte Versicherer der Welt wird nach dem Feuerwehr einsatz der US-Notenbank wohl zerlegt. Die Börsen beben welt weit. Kurzum: Bis dato Abwegi ges ist Realität geworden. Apo kalypse an der Wall Street. Inwieweit diese Krise noch wei tere deutsche Banken taumeln lässt, ob sie auf hiesige Versi cherer übergreift und welche Folgen das alles für die Kunden sowie die reale Wirtschaft noch haben wird - es ist unmöglich, dies seriös abzuschätzen. Pa nikmache hilft genauso wenig weiter wie der blinde Glaube an Beschwichtigungsformeln. Zu häufig haben sich bereits Aus sagen über die Solidität von Bi lanzen als falsch erwiesen, zu häufig wurden Prognosen rund weg widerlegt. Und so bleibt die Hoffnung auf zweierlei: Dass diese Ta ge als Höhepunkt der Krise zu gleich deren Ende einläuten. Und dass sich diese Kapitulati on der Märkte irgendwann als heilsamer Schock erweist, ein Bereinigungsprozess in Gange kommt. Denn vieles ist aus dem Ruder gelaufen. Eskalie rende Boni für Investmentban ker oder auf Gier basierende Milliarden-Risiken abseits jeder Bilanz gehören genauso dazu wie Bankprodukte für Kleinspa rer, die kein Mensch versteht. Die Märkte sind tatsächlich ein Monster. Hoffentlich wird es durch diese Krise gebändigt. Pressekontakt: Kölnische Rundschau Jost Springensguth print@kr-redaktion.de Original-Content von: Kölnische Rundschau, übermittelt durch news aktuell

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