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Kölnische Rundschau: Kölnische Rundschau Kommentar zur SPD

    Köln (ots) - Ein Putsch

    SANDRO SCHMIDT zur SPD

    Das hätten sich die knapp 530000 Sozialdemokraten im Land noch am Freitag wohl kaum träumen lassen: Mit ei ner Art Putsch - selbst ein gro ßer Teil der Parteiführung war über den Coup nicht informiert - drängt der bis dahin nur mut maßliche Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier Partei chef Kurt Beck in die Ecke, in dem er hinter den Kulissen ge gen dessen Willen seine of^fi^ zielle Ernennung inszeniert. Beck schmeißt aus Wut, Frust und Gründen der Selbstach tung die Parteiführung hin. Der aktuelle Liebling der SPD, Franz Müntefering, startet ein sensationelles Comeback - noch nie in der über 130-jähri gen Geschichte der Sozialde mokraten gelangte ein früherer Vorsitzender zurück ins Amt. Und das alles an einem einzi gen Wochenende. Und nicht in der Opposition, sondern in Re gierungsverantwortung in Ber lin. Ein Jahr vor der nächsten Bundestagswahl. Unvergleichli che Chaostage in einer an Un ruhe wahrlich gewöhnten SPD.

    Die ohnehin zuletzt immer mehr an Mitgliedern und Wäh lern verlierende Partei ist in ih ren Grundfesten erschüttert. Sie wird sich inhaltlich und machtpolitisch zwischen den einzelnen Flügeln nun neu sor tieren müssen.

    Das einzige, was den beiden letzten Hoffnungsträgern, dem neuen Spitzenduo Stein meier und Müntefering, zugute kommt: Der Wahlkampf für 2009 hat bereits mit dem Auf galopp zum Urnengang in Bay ern Ende September begon nen. Das diszipliniert unge mein. Es sei denn, in der zer strittenen Führungsriege trium phiert nun endgültig die Lust am Untergang.

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