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Kölnische Rundschau: Kölnische Rundschasu Kommentar zu Obamas Sieg

    Köln (ots) - Heikel

    F. DIEDERICHS, Washington zu Barack Obamas Sieg

    Als im Sommer 2004 ein bis dahin nahezu unbekannter junger farbiger Senator auf dem Parteitag der US-Demo kraten in Boston seine Jung fernrede hielt, raunten sich De legierte zu: Der kann ein ganz Großer werden. Nun ist das ers te Kapitel in einem historischen Wahljahr nach einem faszinie renden Duell geschrieben.

    Barack Obama nimmt, auch wenn eine offenbar kühl auf den Vize-Posten schielende Hil lary Clinton ihre Niederlage im mer noch nicht eingesteht, Kurs auf das Weiße Haus - als erster Schwarzer in der US-Ge schichte. Sein Aufstieg ist eine für das Land typische Erfolgs story wie sie Amerikaner lie ben: Vom Sozialarbeiter zum Superstar, der bei seinen Auf tritten Zehntausende in seinen Bann zieht, Jung- wie Erstwäh ler mobilisiert und diese wieder für Politik interessiert.

    Doch noch schärfer als Hillary Clinton wird nun der Republika ner John McCain die Frage zu spitzen, die bisher durch Cha risma, Redekunst und Eupho riewogen überdeckt wurde: Reicht die magere politische Erfahrung Obamas für das Prä sidentenamt? Wird ihm eine Nation vertrauen, für die innere Sicherheit und der Kampf ge gen den Terror seit 9/11 domi nierende Themen sind?

    Die andere Wunde ist, dass Obama Probleme haben könn te, gegen McCain Mehrheiten in der so genannten weißen Arbei terklasse - traditionell Wech selwähler - zu gewinnen. Ent täuschende Vorwahlergebnisse in wichtigen "swing states", bei denen die Ergebnisse im No vember wohl Zitterpartien wer den, belegen dies.

    Die Frage, ob Obama mit der in diesen Staaten populären Hillary als Vize-Kandidatin sei ne Chancen verbessern würde, ist heikel: Denn ein Tandem zweier so polarisierender Politi ker würde jene Wähler, die nie Clinton oder nie einen Schwar zen wählen würden, in Rich tung McCain treiben. Verzichtet Obama jedoch darauf, Clinton mit ins Boot zu nehmen, wird die Sisyphusaufgabe der Par tei-Heilung und der Besänfti gung frustrierter Clinton-Fans noch schwerer werden als sie angesichts der Härte der bishe rigen Auseinandersetzung jetzt schon ist.

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