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Kölnische Rundschau: Kommentar Kölnische Rundschau 23.02.

    Köln (ots) - Vor der Protestwahl

    von JOST SPRINGENSGUTH

    Niemand kann den Ausgang einer Wahl sicher voraussa gen. Wenn morgen die Ham burger ihre Stimme abgeben, wissen sie wohl, was sie an kreuzen, aber nicht wen sie wählen. Es geht um den ersten Bürgermeister der Hansestadt. Der wiederum wird mit an Si cherheit grenzender Wahr scheinlichkeit aus einer Koaliti on hervorgehen, die selbst nach Auszählung der Stimmen nicht feststehen wird. Die "Hes sischen Verhältnisse" zeigen, wie es gehen kann - nämlich praktisch gar nicht. Der Wahlkampf an der Elbe bie tet zum Schluss ein Durchei nander. Die Frage, wie die SPD wirklich zur Linkspartei steht und die Folgendebatte der Steuerfluchtaffäre verdrängen, worum es hier eigentlich poli tisch geht. Alles, was nach Zum^winkel kam, ist ein Gebräu aus Fakten, Rätselraten, Speku lationen, Neid, Abscheu und ju ristischen Unsicherheiten. Das alles zusammen wirkt wie Dün ger auf die Spaltung der Gesell schaft in "Die da oben und wir da unten". Angereichert wird die Stim mung durch die neue Mel dung, selbst Ex-Parlamentarier ständen auf der Liechtensteiner Liste. So etwas schlägt unmit telbar auf eine Wahl durch. Nicht politischer Gestaltungs wille, sondern Protestverhalten bestimmt zunehmend die Ent scheidung - überhaupt zur Wahl zu gehen oder dann bei der Stimmabgabe. Das Sammelbecken der Pro testwähler bietet derzeit die Linke. Ob sie dauerhaft eine politische Kraft sein wird, ist nicht einzuschätzen. Das Duo Gysi /<- > Lafontaine bringt erst einmal vor allem die SPD in die Bre douille: Ypsilanti gerät in die Versuchung, sich wählen zu lassen, Beck wackelt und steht nicht mehr gegen die Linken und seine Partei wird zum Hüh nerhaufen. Verabredet war, Hamburg abzuwarten. Konser vative aus dem Seeheimer Kreis ermuntern die Dame in Wiesbaden, Linken-Sympathi sant Dewes aus Thüringen rät ab. Dazwischen herrscht nur Durcheinander, das dem Wäh ler nur eins signalisiert: Keiner weiß, wie es die SPD letztlich mit der Koalitionsfrage halten wird. Das wirkt nach. Bis zur Bundestagswahl?

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