Eine Welt Netz NRW

Aktionstage Bielefeld Kann Fair: Zivilgesellschaft fordert faire Beschaffung

Düsseldorf (ots) - Nach den Sommerferien setzt die Kampagne "Wertvoll Einkaufen - Deine Stadt Kann Fair" des Eine Welt Netz NRW ihre Tour durch NRW fort. Vom 26. bis 30.08. fanden die Bielefelder Aktionstage für fairen Einkauf statt. Das Welthaus Bielefeld und elf weitere Organisationen unterstützen die Kampagne. Gemeinsam mit Bielefelder Bürger*innen fordern sie die Stadt dazu auf, soziale und ökologische Kriterien wirksam im kommunalen Einkauf zu verankern.

Fünf Tage lang verwandelte sich der Jahnplatz in eine große Aktionsfläche für faire Produktionsbedingungen weltweit. Besucher*innen erwartete eine große Fotoausstellung sowie diverse Mitmachaktionen und Informationsangebote, welche den städtischen Einkauf thematisierten. Die Regionalgruppen von Attac, BUND und Foodsharing verdeutlichten die weitreichenden Folgen unserer Einkaufs- und Konsumgewohnheiten. Während Schüler*innen der Plaßschule Passant*innen über Recyclingpapier interviewten, demonstrierte Greenpeace Bielefeld, wie man sich für giftfreie Kleidung stark machen kann. John Wegener von der Regionalgruppe Bielefeld für Gemeinwohlökonomie betont: "Nicht nur privatwirtschaftliche Akteure sollten ihr Handeln am Gemeinwohl orientieren. Die öffentliche Hand trägt besonders viel Verantwortung und muss mit gutem Beispiel vorangehen."

Zum Abschluss der Kampagne übergaben Vertreter*innen vom Eine Welt Netz NRW und vom Welthaus Bielefeld am Dienstagnachmittag ein Fotobuch an Oberbürgermeister Pit Clausen. Darin fordern Bielefelder Bürger*innen, Besucher*innen und Aktive die Stadtverwaltung zum Handeln auf. Über 140 Foto-Statements sind entstanden. Der Oberbürgermeister kündigt Gespräche mit der Zentralen Vergabestelle an. Sie werden prüfen, wie Sozialkriterien in der Beschaffung stärker verankert werden können. Er betonte, dass man Bürger*innen über Mehrausgaben gegebenenfalls transparent berichten müsse. Einen Vergabebericht veröffentlicht die Stadt bislang nicht.

Für Keith Hamaimbo vom Welthaus Bielefeld war die Ernsthaftigkeit ermutigend, mit welcher die Gruppe vom Oberbürgermeister empfangen wurde: "Ich hoffe, dass er unser Anliegen nun in die Stadtverwaltung hineinträgt. Die Aktionstage haben gezeigt, dass sich viele Bielefelder fairere Handelsbedingungen wünschen und dafür auch die Stadt in der Verantwortung sehen."

Der Gesetzgeber sieht in NRW beim öffentlichen Einkauf die Einhaltung der sogenannten ILO-Kernarbeitsnormen vor. Dabei sind jedoch nicht nur unabhängig geprüfte Nachweise zulässig, sondern auch Eigenerklärungen durch Bieter, welche für Arbeiter*innen entlang der globalen Lieferketten keinen zuverlässigen Schutz bieten. Zwangsarbeit, ausbeuterische Kinderarbeit und Diskriminierung stehen gehören noch immer zum Alltag von Millionen von Beschäftigten weltweit. Die Einhaltung dieser und weiterer sozialer Kriterien wie Gesundheitsschutz oder existenzsichernder Löhne muss von Kommunen explizit eingefordert werden.

Städte wie Dortmund oder Bonn zeigen mit Pilotprojekten, dass die Umsetzung gelingen kann. Die Stadt Köln plant nun Schulungen für ihre Mitarbeitenden sowie Praxisprojekte. Köln war im April 2016 die erste Station der Kampagne "Wertvoll Einkaufen - Deine Stadt Kann Fair". Weitere Städteaktionen sind für 2016 in Hamm (10.-18.09.), Mönchengladbach (21.-24.09.) und Münster (28.-31.10.) geplant. Nähere Infos dazu unter: www.eine-welt-netz-nrw.de/seiten/index.php?id=3168

Die Kampagne des Eine Welt Netz NRW hat die Verankerung öko-sozialer Kriterien im öffentlichen Einkauf zum Ziel. Das Projekt wird gefördert von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen sowie von Engagement Global mit ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt mit finanzieller Unterstützung des BMZ.

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