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Abweichungen von der Norm lassen sich besser merken
NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND: Neue Ergebnisse der Gehirnforschung

    Hamburg (ots) -

    Abweichungen von Klischees lassen sich leichter fassen als Altbekanntes

    "Bankräuber überfiel Sparkasse" - eine kaum noch
wahrgenommene Schlagzeile. Aus Erfahrung setzen wir voraus, dass es
sich bei dem Räuber um einen männlichen Täter handelt. Was aber, wenn
der Räuber eine alte Dame war ?
    
    Wie unser Gehirn vom Klischee abweichende Informationen
verarbeitet, untersucht Katja Ehrenberg, eine Wissenschaftlerin an
der Universität Bonn. Das Ergebnis einer umfassenden Studie ließ sie
erkennen, dass sich unser Gehirn vor allem Abweichungen von Klischees
gut merken kann. "Das ist auch sinnvoll", erklärt Ehrenberg. "Ohne
diesen Filter wäre das menschliche Gehirn angesichts der
Informationsfülle schlichtweg überfordert". Um das zu vermeiden,
arbeitet es mit einem Trick: Es erinnert nur, was neu ist, und
ergänzt diese Daten mit früher gelernten Informationen.
    
    Um zu diesem Ergebnis zu kommen, konfrontierte Katja Ehrenberg 460
Probanden mit  zwei unterschiedlichen Profilen. Zum einen Robert,
einen Skin mit kahlem Kopf und bulligem Erscheinen; zum anderen
Stefan, einen Sozialpädagogen, mit Scheitel und offenem Lächeln. Zu
den Gesichtern erhielten die Versuchspersonen positive und negative
Eigenschaften genannt. Robert mag keine Ausländer, pflegt viele
Freundschaften und trennt seinen Müll. Der Sozialpädagoge dagegen
kann gut zuhören, mag Kinder, hat aber nie Kleingeld für einen
Bettler übrig. An diesen Geiz erinnerten sich bei späterem Nachfragen
im Experiment mehr Personen, als an sein gutes Zuhören. Denn das, so
glaubt man zu wissen, ist für einen Sozialpädagogen sowieso typisch.
    
    Das Prinzip unseres Gehirns gleicht damit der Funktionsweise einer
DVD. Nur die Veränderungen zum jeweils vorherigen Bild werden
gespeichert. Ansonsten könnte das Medium nur einen Kurzfilm fassen.
    
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