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Exklusiv: National-Geographic-Expedition findet im Schwarzen Meer sensationelle Belege für die Sintfluttheorie

    Washington (ots) - Eine Expedition von NATIONAL GEOGRAPHIC unter
Leitung des Forschers und Entdeckers Robert Ballard fand im Schwarzen
Meer, etwa 20 Kilometer vor der türkischen Küste und in 100 Meter
Tiefe, die Überreste menschlicher Siedlungen. Ersten Einschätzungen
zufolge haben die Menschen dort in einer blühenden Küstenlandschaft
gelebt, bevor das Gebiet vor vielen tausend Jahren von einer
katastrophalen Überschwemmung heimgesucht wurde. Diese gewaltige Flut
hatten die Geologen William Ryan und Walter Pitman von der Columbia
University bereits 1997 mit der biblischen Geschichte über Noah in
Verbindung gebracht. Mit ihrer Theorie, dass es im Schwarzen Meer
eine Sintflut. gegeben hatte, stützten sie sich auf die Entdeckung
einer untergegangenen Landschaft, die in Echolotprofilen und
Sediment-Bohrkernen zu erkennen war.
    
    "Es ist eine unglaubliche Entdeckung", sagte Ballard aufgeregt,
als er vom Expeditionsschiff aus Terry Garcia anrief, den
Vizepräsidenten des Expeditionsprogramms der National Geographic
Society. "Die Fundstücke sind an der Stelle sehr gut erhalten, mit
geschnitzten Holzbalken, hölzernen Verstrebungen und Steinwerkzeugen
im Schlamm, der das Ganze umgibt." Die Fundstelle liegt 95 Meter
unter dem Meeresspiegel. "Wir entdeckten diese Struktur ziemlich zu
Beginn der Expedition und erweitern die Suche jetzt auf ein größeres
Gebiet. Wir dringen weiter in das Flusstal vor, wo unserer Vermutung
nach mehr Menschen lebten, so dass wir mit weiteren Entdeckungen
rechnen können. Die Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen.
Entscheidend ist, dass wir herausfinden, zu welcher Zeit die Menschen
hier lebten. Deshalb hoffen wir auf Holz und andere Fundstücke, die
wir mit der Radiokarbonmethode datieren können. Denn dann werden wir
klären können, was für Menschen hier lebten und was für Werkzeuge sie
verwendeten", sagte Ballard.
    
    Fredrik Hiebert, der leitende Archäologe des Projekts von der
Universität von Pennsylvania, berichtete von dem Schiff: "Dieser Fund
ist der erste konkrete Beleg, dass die Küste des Schwarzen Meeres vor
der Überschwemmung bereits besiedelt war. Das ist eine wichtige
Entdeckung, und sie wirft ein neues Licht auf die Geschichte der
alten Kulturen in diesem entscheidenden Gebiet zwischen Europa, Asien
und dem Nahen Osten."
    
    Die genaue Vermessung und fotografische Dokumentation der
Strukturen wird während der fünfwöchigen Expedition fortgesetzt
werden. Nach der Theorie der Wissenschaftler war das Schwarze Meer
ein Süßwassersee, bis es vor etwa 7000 Jahren vom Mittelmeer
überflutet wurde. Ryan und Pitman wiesen mit ihren Forschungsarbeiten
nach, dass das heutige Schwarze Meer erst entstand, als die
Gletscherschmelze den Spiegel des Mittelmeeres ansteigen ließ, so
dass das Wasser sich seinen Weg über die Landverbindung zwischen dem
Mittelmeer und dem kleineren Süßwassersee bahnen konnte. Nach Angaben
von Ryan und Pitman entstand dabei ein Wasserfall mit einem
Vielfachen der Höhe und Wassermenge der Niagarafälle. Und dieser
Wasserfall grub im Gestein den engen Durchlass, den wir heute als
Bosporus kennen: die Meerenge, die das Mittelmeer mit dem Schwarzen
Meer verbindet. Durch die gewaltigen Wassermengen, die damals in das
Schwarze Meer strömten, wanderte seine Küste um bis zu eineinhalb
Kilometer am Tag, sodass die ursprünglichen Küstenlandschaften und
alle darin gelegenen Siedlungen von 100 Meter tiefem Salzwasser
überschwemmt wurden. Ein Team von NATIONAL GEOGRAPHIC NEWS befindet
sich an Bord des Expeditionsschiffs und wird regelmäßig über den
neuesten Stand berichten. Eilmeldungen werden im Internet unter
nationalgeographic.com bekannt gemacht.
    
    Ballard, der Präsident des Institute for Exploration in Mystic
(Connecticut), hat während seiner Berufslaufbahn bereits viele
bedeutsame Entdeckungen unter Wasser gemacht. Bekannt wurde er vor
allem durch den Fund der "Titanic" im Jahr 1985. Außerdem spürte er
viele andere wichtige Schiffswracks auf, so das deutsche
Schlachtschiff "Bismarck", die verschollene Flotte von Guadalcanal
und den US-Flugzeugträger "Yorktown", der bei der Schlacht von Midway
sank.
    
ots Originaltext: NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND
Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de


Download-fähige Fotos von der Expedition und eine Landkarte des
Gebietes finden sich unter
nationalgeographic.com/ngnews/blacksea.html
Das Interview mit Dr. Fredrik Heibert, Chefarchäologe der
Schwarzmeer-Expedition 2000, können Sie abfordern bei:

Barbara Mieg - Ltg. Public Relations - NATIONAL GEOGRAPHIC
DEUTSCHLAND
t 040 - 3703 5526, fx 040- 3703 5599, mieg.barbara@ng-d.de

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