Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

National wertvoller "Gottorfer Garten" soll bald wieder in historischem Glanz erstrahlen

    Gottorf / Osnabrück (ots) -

    DBU-Generalsekretär Brickwedde überreichte heute in Gottorf
Bewilligungsschreiben über 1,4 Millionen Mark - Maßnahmen zum Erhalt
bundesweit einmalig
    
    Umweltbelastungen und die Nutzung als Militärgelände haben ihm
über Jahrzehnte schwer zugesetzt. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt
(DBU), Osnabrück, möchte das national wertvolle Gartenkunstwerk jetzt
vor dem endgültigen Verfall retten: Mit 1,4 Millionen Mark
unterstützt sie die Renaturierung des Neuwerk-Gartens als Teil der
Gottorfer Parkanlagen (Schleswig-Holstein), dem mit seinem ehemals
außerordentlichen Reichtum an Zier- und Wildpflanzen europäische
Bedeutung zukomme, wie DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde heute bei
der Übergabe des Bewilligungsschreibens in Gottorf betonte: "Umso
wichtiger ist das Engagement der Stiftung Schleswig-Holsteinische
Landesmuseen, die die Gartenlandschaft als Teil der Fördelandschaft
mit ihren spezifischen, natürlichen Eigenschaften für nachfolgende
Generationen wieder herstellen will." Da derzeit kein vergleichbares
gartendenkmalpflegerisches Vorhaben in Deutschland bekannt sei, habe
das Projekt Modellcharakter.
    
    Vor allem die Nutzung als militärisches Gelände im 19.
Jahrhundert, aber auch Umweltschäden der jüngeren Vergangenheit wie
Flächenversiegelung und die Ablage von Altlasten im Gartengelände
hätten der Landschaft sichtlich Schäden zugefügt. "Hinzu kam eine
jahrelange Nicht-Nutzung und Vernachlässigung der Pflege, der ein
solcher Garten in jedem Fall bedarf", sagte Brickwedde. All diese
Faktoren hätten dazu geführt, dass sowohl der Denkmal- als auch der
Naturschutz in ihren Schutzanliegen stark ins Hintertreffen geraten
seien.
    
    Bei der Erhaltung der Gartenlandschaft würden Anliegen des
Naturschutzes gleichberechtigt mit denen des Denkmalschutzes
berücksichtigt werden. Ein hochrangiger Beirat, dem Experten beider
Fachgebiete angehörten, überwache dabei die Qualität der angedachten
Maßnahmen. Von den ehemals drei seit dem 16. Jahrhundert angelegten,
prachtvollen Gartenanlagen um Schloss Gottorf sei bei dem Mitte des
17. Jahrhunderts nach italienischen Vorlagen entstandenen
Neuwerk-Garten die ursprüngliche Pracht verflogen. "Diesen
Verfallsprozess gilt es so schnell wie möglich aufzuheben", forderte
Brickwedde. Die Terrassenanlage des Gartens habe immer als die
prächtigste Gartenanlage Norddeutschlands gegolten und "Modell
gestanden" für bekannte Terrassengärten in Skandinavien. Diesem
Anspruch solle die Anlage in nicht allzu ferner Zukunft wieder
genügen.
    
    Hinweis an die Redaktionen: Einen zusätzlichen Fach-Pressetext
finden Sie bei Bedarf auf der Homepage von Schloss Gottorf unter
www.schloss-gottorf.de/presse.html
    
    
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