Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

DBU: Generalsekretär steigt auf Erdgas-Dienstwagen um

DBU-Generalsekretär Dr. Heinrich Bottermann: "Wir leisten uns auch dort Umweltbeeinträchtigungen, wo sie ohne unzumutbare Kosten oder Komforteinbußen vermeidbar wären und so unnütz unsere Kinder und Kindeskinder belasten." Weiterer Text über OTS und www.presseportal.de/pm/6908 / Die Verwendung dieses... mehr

Osnabrück (ots) - Für eine "generationengerechte Zukunft auf Erdgas abfahren"

Für Dr. Heinrich Bottermann, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), steht fest: "Erdgasautos sind als Brückentechnologie auf dem Weg zu einer schadstoffärmeren individuellen Fortbewegung mit Blick auf die Verbrauchskosten ökonomisch wie auch hinsichtlich wesentlicher Umweltparameter ökologisch deutlich im Vorteil." Doch die Rahmenbedingungen für den Umstieg auf diese Alternative seien "nicht optimal". Bottermann: "Rund 480.000 Kilometer Erdgasleitungen liegen in Deutschland unter unseren Füßen. Doch Tankstellen sind noch immer Mangelware", kritisiert er. Mit seinem Dienstwagen sattelt er jetzt trotzdem auf Erdgas um und fasst mittelfristig den Umstieg auch für die weitere Dienstwagenflotte der DBU fest ins Auge, auch wenn gerade in ländlichen Regionen das Tankstellennetz - zurzeit gibt es in Deutschland rund 920 Tankstellen - noch nicht so dicht sei wie in Städten. Sein Appell: "Wir müssen das heute Machbare tun, um nicht auf Kosten der Zukunft zu leben."

Bottermann kritisiert, dass "wir uns auch dort Umweltbeeinträchtigungen leisten, wo sie ohne unzumutbare Kosten oder Komforteinbußen vermeidbar wären und so unnütz unsere Kinder und Kindeskinder belasten." Denn die Öko-Vorteile des Erdgasantriebs lägen auf der Hand: Weniger klimabelastendes Kohlendioxid und weniger Feinstaub, der die menschliche Gesundheit nachweislich durch Allergien, Asthma, Atemwegsbeschwerden bis hin zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen beeinträchtigen könne. So sei eine gerade vorgestellte Studie mit über 100.000 Teilnehmern in Deutschland, Schweden, Finnland, Dänemark und Italien zu dem Ergebnis gekommen, dass selbst dann mit einem erhöhten Herzinfarktrisiko zu rechnen sei, wenn die aktuellen europäischen Grenzwerte noch nicht überschritten seien, man Feinstaubbelastungen an seinem Wohnort aber über längere Zeit ausgesetzt sei. Bottermann: "Mit dem Umstieg auf einen Erdgasantrieb kann also für Wohlergehen und Gesundheit der Menschen viel erreicht werden." Nicht von ungefähr spreche sich auch der Verkehrsclub Deutschlands (VCD) für Erdgasautos aus, nicht von ungefähr seien vier Erdgasautos in den aktuellen Top Ten der Auto-Umweltliste des VCD vertreten. Doch der Marktanteil von Erdgasautos in Deutschland betrage gerade 0,3 Prozent, nur knapp 100.000 Autos führen hierzulande mit dieser Technik auf den Straßen.

Auch wirtschaftlich sei das nicht nachzuvollziehen. Nicht nur, dass ein Erdgasauto mit Blick auf die Kraftstoffkosten um rund die Hälfte günstiger sei als ein Benziner. Auch bei der Kraftfahrzeugsteuer, in die der Kohlendioxid-Ausstoß eingerechnet wird, schlage das zu Buche. Das Auspreisen des Kraftstoffes an den Tankstellen sei allerdings auch verwirrend. Der Erdgaspreis werde in Kilogramm angegeben, was einen Vergleich etwa zu einem Liter Benzin kompliziert mache, weil der Energiegehalt nicht ersichtlich sei. Ein Kilogramm komprimiertes Erdgas (compressed natural gas, CNG) enthalte aber etwa eineinhalb Mal so viel Energie wie ein Liter Benzin. Bottermann: "Erdgas zu tanken, ist deutlich günstiger, als es auf den ersten Blick den Anschein hat."

Bei der Planung von Dienstfahrten müsse man zwar berücksichtigen, dass das Erdgas-Tankstellennetz bei weitem nicht optimal ausgebaut sei, ein tatsächliches Problem sei das allerdings nicht. Bottermann: "Bei rund 480.000 Kilometer Erdgasleitungen in Deutschland sollte es möglich sein, das Tankstellennetz konsequent und schneller auszubauen. Die Infrastruktur ist nicht nur da, die Möglichkeiten sind eigentlich optimal." Die gute räumliche Verfügbarkeit von Erdgasnetzen habe einen weiteren Vorteil, der in der Zukunft ökologisch bedeutsam werden dürfte: "Power to Gas" habe schon heute in etlichen Pilotanlagen nachgewiesen, dass aus erneuerbaren Energien erzeugter Überschussstrom in Form von Methan (Erdgas) in die bestehenden Netze eingespeichert werden könne.

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