Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Textilindustrie knüpft Verbindungen zwischen Innovation und Umweltschutz

Osnabrück (ots) - Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert ressourcenschonende und energiesparende Projekte in der Textilbranche mit 1,5 Millionen Mark / Die textilerzeugende Industrie produziert jährlich allein in Deutschland 7,5 Millionen Kubikmeter Färbereiabwässer und benötigt große Mengen von Energie bei den Trocknungsprozessen innerhalb der Fertigung. Wenn es nach zwei Projektpartnern der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geht, soll diese Art der Umweltbelastung bald der Vergangenheit angehören. "Ressourcenschonende und energiesparende Aspekte müssen zukünftig noch stärker in Fertigungsprozesse miteinbezogen werden. Um das zu ermöglichen, fördern wir zwei innovative Projekte in der textilen Industrie mit einer Summe von insgesamt 1,5 Millionen Mark", sagt Fritz Brickwedde, Generalsekretär der DBU. Das erste Projekt widmet sich der Verringerung der Färbereiabwässer bei der Herstellung von Stoffen und Garnen. Beim herkömmlichen nasschemischen Färbeverfahren seien mehrere Spülprozesse der Textilien notwendig, die Unmengen von Wasser verunreinigten. Diese Abwässer müssten in aufwendigen Verfahren aufbereitet und gereinigt werden. Die vom Thüringischen Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung (TITK) in Rudolfstadt und seinem industriellen Partner, der Grafe Color Batch in Blankenhain, angedachte Lösung soll diese umweltbelastenden Prozesse überflüssig machen. Ziel des mit über 600.000 Mark geförderten Projektes ist es, ein Verfahren zu entwickeln, bei dem die Farben bereits vor dem eigentlichen Spinnprozess in Form von Konzentraten in die zu verspinnende Masse gegeben werden. So würden weitere Waschprozesse bei der Textilfärbung überflüssig. In der ersten Phase des Projektes wird das TITK die chemisch-technischen Grundlagen dieses Fertigungsprozesses erarbeiten, um dann im zweiten Schritt das Verfahren gemeinsam mit der Grafe Color Batch zur Marktreife zu führen. "Innovative Ideen dürfen nicht daran scheitern, dass Unternehmen sich aufgrund finanzieller Überlegungen dagegen entscheiden, umweltfreundliche Maschinen für einen ressourcenschonenden Herstellungsprozess zu bevorzugen", betont Brickwedde. Deshalb unterstütze die DBU zum zweiten Mal das TITK, das mit der Grafe Color Batch einen innovativen mittelständischen Partner gefunden habe. Bereits 1998 förderte die Umweltstiftung mit knapp 200.000 Mark eine Experimentalstudie, bei der das TITK erste verfahrenstechnische Prinzipien für den umweltfreundlichen Färbeprozess entwickelte. Bei einem erfolgreichen Abschluss des neuen Verfahrens stünde am Ende nicht nur ein ökologischer, sondern auch ein ökonomischer Gewinn, da umständliche Reinigungsprozesse entfallen und eine größere Farbechtheit der Gewebe gewährleistet würde. Dem Energie-Problem beim Trocknen von Textilien stellt sich das Institut für Textil- und Verfahrenstechnik (ITV) aus Denkendorf (Baden-Württemberg) gemeinsam mit mehreren industriellen Partnern. Trocknungsvorgänge seien die energienintensivsten Prozesse bei der Textilherstellung. "Ähnliche Projekte im Bereich der Papierherstellung haben gezeigt, dass hier große Mengen an Energie eingespart werden können", erläutert Brickwedde. Das Steinbeis-Transferzentrum Mess- und Verfahrenstechnik (Offenburg) habe hier im Auftrag der Firma ELTEX (Weil am Rhein) dieses Verfahren entwickelt. Beide Partner seien auch in das neue Projekt eingebunden. Ziel sei es, die in der Papierindustrie bereits erfolgreich eingeführte Technologie an die Anforderungen von Textilien anzupassen und weiterzuentwickeln. "Die bereits vorliegenden Ergebnisse sind keinesfalls eins zu eins übertragbar, da Papier völlig andere Eigenschaften aufweist als Stoffe oder Garne", macht Brickwedde deutlich. Im Verlauf der mit über 900.000 Mark geförderten kooperativen Forschung der industriellen und wissenschaftlichen Partner solle nun die Basis zur Konstruktion einer neuen Trocknergeneration geschaffen werden. "Wir gehen davon aus, dass dann Energieeinsparungen von bis zu 50 Prozent möglich werden", sagt Brickwedde. Das neue Verfahren verbessere die Abgabe von Feuchtigkeit an die Luft. "Das Problem beim herkömmlichen Verfahren liegt in immer höheren Geschwindigkeiten der Textilbahnen in den Trocknern", macht Brickwedde deutlich. Bei bis zu 500 Metern in der Minute werde es zunehmend schwieriger, den Stoffbahnen ausreichend Feuchtigkeit zu nehmen, da die Geschwindigkeit die Verdunstung der Feuchtigkeit in den Textilien erschwere. Durch den Einsatz elektrischer Sprühelektroden im neuen Verfahren beschleunige sich die Trocknung und der Energieverbrauch der Trocknungsanlagen reduziere sich. ots Originaltext: Deutsche Bundesstiftung Umwelt Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei fachlichen Fragen wenden Sie sich bitte an die Experten unserer Projektpartner: Grafe Color Batch: Matthias Grafe Tel: 036459-45-121 Fax: 036459-45-123 Institut für Textil- und Verfahrenstechnik (ITV): Dr.-Ing. Thomas Stegmair Tel: 0711-9340-0 Fax: 0711-9340-297 Franz-Georg Elpers E-Mail: fg.elpers@dbu.de Tel. 05 41/96 33-521 Fax 05 41/96 33-198 Original-Content von: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), übermittelt durch news aktuell

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