Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Vorhang auf: Umweltschutz tanzt auf die Theaterbühne

Osnabrück (ots) - "Man muss nicht miteinander sprechen können, um miteinander zu leben. Wenn man aber zusammen getanzt hat, kann man auch miteinander leben!" So motivierte Tanzpädagoge Royston Maldoom im Dokumentarfilm "Rythm is it!" seine Berliner Hauptschüler. Das Theater Osnabrück begibt sich auf seine Spuren: Es möchte Jugendliche, die einen Migrationshintergrund haben oder sozial benachteiligt sind, darüber hinaus für ein Leben im Einklang mit der Umwelt sensibilisieren. Mit dem Tanztheaterprojekt "Dance for Nature" - Tanzen für die Natur - sollen sich Zwölf- bis Sechzehnjährige in und um Osnabrück in kreativen Arbeitsgruppen künstlerisch mit Landschaft und Naturschutz auseinandersetzen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gibt 98.000 Euro dazu. Heute überreichte DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde die Zusage an Holger Schultze, Intendant des Osnabrücker Theaters, Matthias Köhn, Kaufmännischer Direktor, Nanine Linning, neue Tanztheaterleiterin, und Theaterpädagogin Anja Deu.

"Tanzen hat viele wunderbare Funktionen", schilderte Brickwedde. "Als sportliche Ertüchtigung fördert es Muskelaufbau, Koordination und Gleichgewichtssinn. Als Ritual drückt es Zusammengehörigkeit aus und fördert die Gemeinschaft. Kinder stärken ihr Selbstvertrauen beim Erlernen komplexer Bewegungsabläufe und entwickeln ein gesundes Verhältnis zu ihrem Körper!" Außerdem könne Tanzen als Kunstform Gefühle und Handlungen bildlich darstellen - in diesem Projekt liege der Fokus auf dem Umgang mit der Natur. Und nicht zuletzt hätten wissenschaftliche Studien festgestellt, wie gut Aggressionen durch Tanzen und rhythmische Bewegungen abgebaut werden könnten.

Unter der Leitung der neuen Tanztheaterleiterin Nanine Linning verstärke das Theater Osnabrück mit diesem Projekt noch einmal seine Arbeit für Kinder und Jugendliche, betonte Intendant Schultze. "Die Choreografie übernimmt Antje Rose, die bereits in dieser Spielzeit erfolgreich die Tanztheaterproduktion BITTERSÜSS & SAUERSCHARF mit Jugendlichen und Profitänzern auf die Bühne des emma-theaters gebracht hat."

"In unserem Projekt sollen Jugendliche lernen, ihre Vorstellungen von Landschaft auszudrücken, ökologische Veränderungen zu erkennen und eigene Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln", erklärte Schultze. Die Erkenntnisse aus der Gruppenarbeit würden dann musikalisch und tänzerisch umgesetzt werden. Mit einer öffentlichen Tanztheateraufführung im Sommer 2010 solle das Projekt abschließen. "Wir wollen Vorbild und Berater sein für ähnliche Projekte an anderen Theatern. Viele Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen werden durch unsere unkonventionelle Ansprache dazu motiviert, sich kreativ und kritisch mit Umweltfragen auseinanderzusetzen!"

Mit verschiedenen Osnabrücker Haupt- und Gesamtschulen werde zusammengearbeitet, insgesamt sollen rund 70 Schüler eingebunden werden, erklärte Theaterpädagogin Deu. "Im Rahmen von schulischen Arbeitsgruppen helfen uns die Musik-, Kunst- und Sportlehrer in den Schulen." Auch seien Ausflüge in den Teutoburger Wald und zu städtischen Natur- und Brachflächen geplant. Unterstützung gebe es dazu von der Niedersächsischen Auslandsgesellschaft und Umweltpädagogen aus außerschulischen Bildungseinrichtungen.

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