Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT)

Zur aktuellen Diskussion um Sportübertragungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk - VPRT: Kein Eingriff in den Rechtemarkt

Berlin (ots) - Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT) nimmt zu den aktuellen Forderungen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten an die Politik, regulatorisch in den Markt der Sportrechtevergabe einzugreifen, Stellung.

Vorstandsvorsitzender Dr. Tobias Schmid: "ARD und ZDF versuchen mit dem Ruf nach neuen gesetzlichen Eingriffen, private Medienunternehmen aus dem Markt zu drängen und sich so ein Monopol auf sportliche Großereignisse zu sichern. Das Ansinnen von ARD und ZDF, gesetzliche Voraussetzungen jeweils so definieren zu lassen, dass nur noch sie die Rechte für bestimmte Sportübertragungen erwerben könnten, ist mehr als durchsichtig. Eine Erweiterung der Liste der Ereignisse von gesellschaftlicher Bedeutung stellt den Versuch dar, die Marktmechanismen außer Kraft zu setzen. Im Ergebnis kann daran niemand ein wirkliches Interesse haben. Es schadet dem Sport, der Medienvielfalt und einem konkurrenzfähigen und stabilen dualen System. Wir warnen davor, dass sich dieser Ansatz durchsetzen wird. Wir sollten lieber gemeinsam dafür sorgen, dass die Bevölkerung weiterhin auf das beste und vielfältigste Fernsehangebot in Europa zugreifen kann, in dem selbstverständlich auch durch private Free- und Pay-TV-Angebote ein umfassendes Sportprogramm angeboten wird."

Der VPRT spricht sich gegen eine Erweiterung der gesetzlichen Bestimmungen für die Übertragung von sportlichen Großereignissen und damit gegen einen Eingriff in den Rechtemarkt aus. Gleiches gelte für etwaige Anpassungen der Reichweitenregelungen für die tatsächliche freie Empfangbarkeit, die derzeit bei zwei Dritteln der Haushalte liegt. Solche offenbar einzelfallmotivierten und aktualitätsbezogenen Forderungen von ARD und ZDF dürften nicht für eine Generaldebatte herhalten.

Hintergrund:

Artikel 14 der Audiovisuellen Mediendienste-Richtlinie der EU (AVMD-RL) sieht vor, dass ein Mitgliedstaat eine Liste der nationalen und nicht-nationalen Ereignisse erstellen kann, denen er eine erhebliche gesellschaftliche Bedeutung beimisst. Die Richtlinie befindet sich derzeit im Revisionsprozess. Vertreter der öffentlich-rechtlichen Anstalten hatten sich in den vergangenen Wochen u. a. dafür ausgesprochen, die Handball-WM auf die Liste der in Deutschland frei im TV empfangbaren Sport-Großereignisse setzen zu lassen oder eine verbindliche technische Reichweite dieser Großereignisse im Free-TV bei 95 % der Haushalte festzusetzen.

Über den VPRT:

Der VPRT ist die Interessenvertretung der privaten Rundfunk- und Telemedienunternehmen. Mit ihren TV-, Radio-, Online- und Mobileangeboten bereichern seine rund 140 Mitglieder Deutschlands Medienlandschaft durch Vielfalt, Kreativität und Innovation. Damit das auch in der digitalen Welt so bleibt, müssen die regulatorischen, technologischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen. Als Wirtschaftsverband unterstützen wir unsere Unternehmen im Dialog mit Politik und Marktpartnern beim Erreichen dieses Ziels - national und auf EU-Ebene.

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