Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT)

VPRT-Veranstaltung auf den Medientagen München

München/Berlin (ots) -

   - Ministerpräsidentin Malu Dreyer betont Gestaltungswillen der 
     Länder für zukunftsgewandte Medienregulierung
   - Werbederegulierung steht auf der Agenda der Medienpolitik 

Mit klaren Aussagen zu aktuellen medienpolitischen Fragen hat sich die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz und Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder, Malu Dreyer, auf dem Panel "Die TV-Agenda: Die nächsten 30 Jahre - Das goldene Bewegtbildzeitalter?" des Verbands Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT) auf den Medientagen München positioniert. Dreyer sprach sich unter anderem für eine Werbederegulierung auf europäischer Ebene aus, "wir wollen deregulieren", so die Ministerpräsidentin. Dies insbesondere auch vor dem Hintergrund des in diesem Bereich nicht regulierten Internets. Gleichzeitig betonte sie aber auch die Notwendigkeit bestimmter Regelungen wie dem Trennungsgebot von Werbung und Inhalten. Zudem hinterfragte sie die Notwendigkeit der Werbung im aktuellen Umfang in den öffentlich-rechtlichen Programmen, die nicht wie die Privaten auf Werbung angewiesen seien. Für eine neue Medienordnung wünsche sie sich auf europäischer Ebene einen einheitlichen Regulierungsrahmen, diese gelte insbesondere für die Bereiche Daten- und Jugendschutz. Sie betonte den Willen der Länder, gemeinsam mit dem Bund in der Bund-Länder-Kommission ab Anfang kommenden Jahres die aktuellen Regulierungsthemen schnell und lösungsorientiert anzugehen, betonte aber auch, dass es hierfür eine Verständigung zwischen den verschieden Regulierungsebenen geben müsse.

Gemeinsam mit dem Beiratsvorsitzenden der ProSiebenSat.1 Media AG, Ministerpräsident a.D. Dr. Edmund Stoiber, betonte sie neben Bund und Ländern die Bedeutung der europäischen Ebene für eine umfassende neue Medienordnung. Beide stellten dabei die Chancen, die dieses Thema durch die Berufung von Günther Oettinger zum EU-Digital-Kommissar erhalte, heraus. Stoiber unterstrich, dass er hier größtes Zutrauen zum neuen EU-Kommissar habe. Dieser müsse neben dem Datenschutz auch auf ein EU-rechtskonformes Marktverhalten von außereuropäischen Anbietern wie Google hinwirken.

Dr. Tobias Schmid, Vorstandsvorsitzender des VPRT, kommentierte nach der Veranstaltung: "Wir begrüßen die klare Positionierung und den spürbaren politischen Gestaltungswillen der Vorsitzenden der Rundfunkkommission der Länder in den drängenden Zukunftsfragen unserer Branche. Ihre Themensetzung und die in Aussicht gestellte schnelle und nachdrückliche Arbeit der Länder in der Bund-Länder-Arbeitsgruppe ab kommenden Jahr lassen uns hoffen, dass die lang geforderte neue Medienordnung, die der konvergenten Entwicklung unserer Branche gerecht wird, nun mit hoher Priorität auf der politischen Agenda steht."

Unter der Moderation von Julian Geist, Konzernsprecher der ProSiebenSat.1 Media AG und Mitglied des Vorstands des VPRT, hatte Schmid zuvor Ministerpräsidentin Dreyer gebeten, bei der Ausgestaltung der Beauftragung des neuen öffentlich-rechtlichen Online-Jugendkanals insbesondere auch die Interessen der privaten Radioanbieter im Blick zu behalten. Sie könnten durch bundesweite Crossmedia-Angebote der ARD-Jugendwellen in ihrer Wettbewerbsfähigkeit gefährdet werden. Ministerpräsidentin Malu Dreyer signalisierte entsprechende Dialogbereitschaft bei der Ausgestaltung der Beauftragung. Mit Bezug zum EU-Beihilferecht wies Schmid abschließend darauf hin, dass zum ersten Mal ein reines Onlineangebot beauftragt werden solle, und dies ohne konkrete inhaltliche Vorgaben und ohne, dass es eine Prüfung der Marktauswirkungen gegeben habe.

Vor der medienpolitischen Diskussion hatten Shahrzad Rafati, Gründerin und CEO von BroadbandTV in Vancouver, Dr. Holger Enßlin, Chief Officer Legal, Regulatory & Distribution der Sky Deutschland AG und Mitglied des VPRT-Vorstands sowie Dr. Torsten Rossmann, Geschäftsführer der WeltN24 GmbH und Mitglied des TV-Fachbereichsvorstands im VPRT, rückblickend und vorrausschauend nach 30 Jahren privatem Rundfunk die inhaltlichen und programmlichen Entwicklungen und Herausforderungen der Branche diskutiert. Die Panelteilnehmer waren sich einig, dass ein Lagerdenken in Zukunft mehr und mehr überholt sei und Interkonnektivität ein entscheidender Faktor zum nachhaltigen und mediengattungsübergreifenden Erfolg von Inhalteanbietern werde. Dabei seien hochwertige Inhalte der entscheidende Treiber für langfristiges wirtschaftliches Wachstum.

Shahrzad Rafati sprach sich für die Demokratisierung von Content aus und betonte die gesellschaftliche Bedeutung von qualitativen Programminhalten. "Du bist, was du schaust", so Rafati. Von der Partnerschaft mit der RTL Group erhoffe sie sich vor allem ein zusätzliches gut funktionierendes Vertriebsnetzwerk, das die Expansionspläne des Unternehmens nach Europa und besonders nach Deutschland unterstützen solle.

Dr. Holger Enßlin bewertete die Zukunft von Sky im Wettbewerb mit Streaming-und VoD-Plattformen sowie Free-TV-Sendern positiv. Am Ende gehe es allein um die Positionierung von Inhalten. Im "goldenen Zeitalter des Fernsehens" werde der Wettbewerb zu einer steigenden Qualität von Inhalten führen. Sky setze vermehrt auch auf die Produktion von eigenen fiktionalen Angeboten, um seinen Qualitätsanspruch zu unterstreichen und eine maximale Selbstbestimmung bei der Auswertung von Rechten sicherzustellen.

Auch Dr. Torsten Rossmann räumt der Qualität von Inhalten eine Schlüsselrolle in einer konvergenten Medienlandschaft ein. Der Inhalt "Nachrichten" sei bei diesem Anspruch ein teures Gut, dass sich mit geringen Margen nur schwer alleine im Markt positionieren lasse. Mit Springer wolle man Nachrichten aus einer Redaktion und mit einem Korrespondentennetz über verschiedene Verbreitungswege wie Print, Apps und TV verbreiten und Bewegtbilder für alle Newsangebote des Verlages zur Verfügung stellen. Dies sei ein "Experiment ohne Vorbild." Im besten Fall erreiche man so eine Kombination des Besten der ehemals zwei unterschiedlichen Welten.

Über den VPRT:

Der VPRT ist die Interessenvertretung der privaten Rundfunk- und Telemedienunternehmen. Mit ihren TV-, Radio-, Online- und Mobileangeboten bereichern seine rund 140 Mitglieder Deutschlands Medienlandschaft durch Vielfalt, Kreativität und Innovation. Damit das auch in der digitalen Welt so bleibt, müssen die regulatorischen, technologischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen. Als Wirtschaftsverband unterstützen wir unsere Unternehmen im Dialog mit Politik und Marktpartnern beim Erreichen dieses Ziels - national und auf EU-Ebene.

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