Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT)

Private Sparten- und Zielgruppensender fordern Stopp der gebührenfinanzierten Marktbesetzung
Hinkende Vergleiche des ZDF-Intendanten verdecken reale Marktsituation

Berlin (ots) - "Die von ZDF-Intendant Markus Schächter verbreiteten Vergleiche der Marktdaten der öffentlich-rechtlichen und der privaten Fernsehangebote und -anbieter hinken gehörig und müssen eindeutig als Versuch gewertet werden, die Öffentlichkeit und die Medienpolitik in die Irre zu führen", so die Vorsitzenden der Arbeitskreise der analogen und digitalen Spartensender im VPRT, Jochen Kröhne (Get On Air) und Dr. Julian Oberndörfer (HSE24). Der von Schächter immer wieder in den Vordergrund gestellten Angleichung der Einnahmesituation der beiden Säulen müssten zumindest auch die aus den Einnahmen finanzierten Programmzahlen gegenübergestellt werden. "Den Anstalten stehen für 23 Fernsehprogramme mehr als 5 Mrd. Euro zur Verfügung, die privaten Anbieter müssen aus rund 6 Mrd. Euro rd. 340 Fernsehprogramme, davon alleine rd. 120 bundesweite Angebote refinanzieren. Auch diese Zahlen finden sich in Studien der ALM/DLM, sie passen dem Intendanten aber wohl nicht in seine Bewertungsmatrix. Angesichts dieser Situation von einer Bedrohung der Wettbewerbsfähigkeit der Anstalten zu sprechen, ist äußerst unglaubwürdig."

Gerade die privaten Sparten- und Zielgruppensender seien massiv von der Expansion, der Verspartung und der Individualisierung der gebührenfinanzierten Angebote betroffen. Würde zudem ein uneingeschränktes gebührenfinanziertes On-Demand-Angebot der Sendungen, Filme oder Serien sortiert nach Genres, Sparten und Zielgruppen den Markt überschwemmen, seien private Anbieter existentiell bedroht. Die Medienpolitik müsse dringend die private Anbieter- und Angebotsvielfalt zur Kenntnis nehmen und vor der gebührenfinanzierten Marktverdrängung schützen. Der ausschließliche Blick auf die großen privaten Senderfamilien verkürze die Bewertung der Wettbewerbsverzerrungen in unzulässiger Weise.

Der VPRT besuche derzeit die Staatskanzleien der Länder und stelle hier u. a. ein Studie zu den Eckdaten der programmlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leistungen des privaten Rundfunks vor. Um die private Programmvielfalt zu erhalten und zu fördern seien zudem Maßnahmen zur gravierenden Beschleunigung der Digitalisierung dringend erforderlich. Die im VPRT organisierten Sparten- und Zielgruppensender werden am Mittwoch, den 7. Mai 2008 im Rahmen des Medientreffpunktes Mitteldeutschland ihre Leistungsdaten und ihre Forderungen zur Entwicklung der technischen Infrastrukturen und der Medienordnung vorstellen.

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