Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT)

VPRT-Präsident Doetz: Einsparpotenziale für mehr Legitimation und Glaubwürdigkeit im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nutzen
ARD und ZDF brauchen keine Werbung

Berlin (ots) - Der öffentlich-rechtliche Rundfunk verfügt - auch ohne Gebührenerhöhung - bereits über Gesamterträge von jährlich rund 8,5 Milliarden Euro. Mit Blick auf die jüngsten Äußerungen von ZDF-Intendant Markus Schächter wies der Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien e. V. (VPRT), Jürgen Doetz, deshalb heute in Berlin darauf hin, dass die Abschaffung von Werbung und Sponsoring keineswegs automatisch zu einer Erhöhung der Rundfunkgebühr führen muss: "ARD und ZDF brauchen keine Werbung, denn auch die KEF bescheinigt den Anstalten regelmäßig großes Einsparpotenzial. Wenn die teure Expansion in kommerzielle Märkte beendet wird und das kostspielige Werberahmenprogramm ebenso wie Werbeakquisitionen, Vermarktung und Eigenwerbung wegfallen, könnten erhebliche Summen eingespart werden. Für Einsparungen von rund 6 Prozent würden die Anstalten auf der Habenseite ein Mehr an Glaubwürdigkeit und Legitimation verbuchen," erklärte Doetz.

Zahlreiche Stimmen in Politik und Öffentlichkeit hätten sich inzwischen für einen werbefreien öffentlich-rechtlichen Rundfunk ausgesprochen. Auch aus Sicht der privaten Anbieter gehöre es nicht zu den Aufgaben der gebührenfinanzierten Anstalten, für Wettbewerb in kommerziellen Märkten zu sorgen, in den Bieterwettbewerb um die Übertragungsrechte überwiegend massenattraktiver Events einzusteigen und der Werbewirtschaft für ihre kommerziellen Interessen Programmumfelder und Zielgruppen anzubieten, die diese ansonsten angeblich nicht erreicht, so der VPRT-Präsident. Es sei im Übrigen eine Mär, dass Werbeeinnahmen oder sonstige Einnahmen aus kommerziell strukturierten Märkten die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks stärken. Das werde schon an der zunehmenden Quotenorientierung und Marktausrichtung im Programm von ARD und ZDF deutlich.

Doetz appellierte an die Politik, nach jahrelangen Debatten um die Werbefreiheit, nun endlich Nägel mit Köpfen zu machen und neben einer konkreten Auftragsbeschreibung auch den Mut zur Festlegung eines öffentlich-rechtlichen Werbeverzichts zu haben. Er forderte: "Der Grundstein dafür muss jetzt mit dem Ausstieg aus dem Sponsoring gelegt werden."

Der Präsident machte abschließend deutlich, dass Einnahmen der Anstalten aus kommerziellen Märkten nicht durch den Verweis auf die wirtschaftliche Lage der privaten Medienunternehmen gerechtfertigt werden könnten. Hier würden vollkommen unterschiedliche Dinge miteinander verglichen, denn umgekehrt bestünde auch keinerlei Anspruch der privaten Säule des dualen Rundfunksystems, etwa bei rückläufigen Einnahmen an den krisensicheren Gebührengeldern zu partizipieren.

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