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Immobilienkredite: Bundesbürger lehnen Weiterverkauf ab

Hilden (ots) - Die große Mehrheit der Deutschen (72%) ist gegen den Weiterverkauf von Immobilienkrediten durch Banken an andere Geldinstitute oder Finanzinvestoren. Lediglich jeder Fünfte steht dieser Geschäftspraxis neutral gegenüber. Knapp 40 Prozent der Eigentümer und Interessenten von Immobilien wären zum Schutz vor einem Verkauf ihrer Darlehen notfalls sogar bereit, einen moderaten Zinsaufschlag in Kauf zu nehmen.

Dies zeigt der aktuelle "Trendmonitor Finanzdienstleistungen" des Marktforschungsinstituts Nordlight Research (Hilden). 500 Bundesbürger ab 18 Jahren wurden repräsentativ befragt.

Bisher haben erst zwei Drittel der Besitzer und Interessenten von Immobilien in Deutschland Kenntnis davon, dass ein Weiterverkauf ihrer Immobilienkredite rechtlich grundsätzlich zulässig ist.

"Die relativ neue und erst im Zuge der US-Immobilienkrise an die breite Öffentlichkeit gelangte Praxis des Weiterverkaufs von Immobilienkrediten löst bei Kreditnehmern hohe Verunsicherung aus. Die Verbraucher fragen sich, mit wem sie es in der Geschäftsbeziehung zukünftig wirklich zu tun haben", kommentiert Dr. Torsten Melles, Geschäftsführer der Nordlight Research GmbH.

Von Banken verkauft werden in der Regel nur "notleidende" Kredite, die kaum oder gar nicht mehr bedient werden. Schätzungen zufolge lag der Handel mit "faulen" Immobilienkrediten - im privaten und gewerblichen Bereich - in den vergangenen Jahren im ein- bis zweistelligen Milliardenbereich - aufgrund des jüngsten Rückzugs zahlreicher Käufer aus dem Markt allerdings mit abnehmender Tendenz.

"Einige Banken haben den möglichen Bumerang-Effekt für das Vertrauen ihrer Kunden bereits erkannt. Kostenneutrale Nichtverkaufsklauseln stellen daher ein attraktives Merkmal für Kreditangebote dar", erläutert Melles.

Immobilien-Rente mit Potenzial, häufig aber noch unbekannt

Von der Möglichkeit, Immobilien unter Behalt des Wohnrechts im Alter an eine Bank oder Versicherung zu verkaufen, und im Gegenzug eine regelmäßige monatliche Rente zu beziehen, wissen derzeit nur 29 Prozent der Deutschen. Grundsätzlich in Frage käme eine solche Immobilien-Rente immerhin für jeden vierten Bundesbürger. Bevorzugt abschließen würden potenzielle Kunden diese bei Banken (42%) und Bausparkassen (26%), seltener bei Versicherungen (13%).

Als zentrale Gründe für die bislang noch mehrheitliche Ablehnung einer solchen Rentenoption nennen die Bundesbürger insbesondere den Wunsch, eine eigene Immobilie am liebsten vererben zu wollen (51%), oder aber diese lieber selbst verkaufen und dann umziehen zu wollen (39%).

Grundsätzlich halten 41 Prozent der Deutschen eine selbst genutzte Immobilie für die ideale Form der Altersvorsorge. Ein Viertel spart derzeit mit dem konkreten Ziel des Erwerbs oder der Renovierung von Wohneigentum. Als Altersvorsorgeprodukte ähnlich populär sind nur die betriebliche Altersvorsorge (36%) und die Lebensversicherung (35%).

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Dr. Torsten Melles
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