Deutscher Imkerbund e. V.

Hohe Völkerverluste bereiten Imkern Sorgen

Wachtberg (ots) - Nach dem langen Winter freuen sich die Imkereien auf das neue Bienenjahr. Steigt die Außentemperatur über 10 Grad Celsius an, verlassen die Honigbienen ihren Stock für den Reinigungsflug, auf dem sie sich von den Rückständen des Winterfutters befreien. Insekten, wie Wespen und Hummeln überstehen den Winter als Einzelwesen, die Honigbienen hingegen überwintern als Volk und sind deshalb im Frühjahr als einzige mit Tausenden für die Bestäubung einsatzfähig. "Mit einem ersten längeren Blick in die Magazine stellen die Imker jetzt fest, wie es ihren Bienen geht. In den nächsten Tagen wird sich zeigen, wie die Völker durch den Winter gekommen sind", sagt Barbara Löwer, Geschäftsführerin des Deutschen Imkerbundes (D.I.B.), dem rund 81.500 Imker angehören.

Bereits im Herbst prognostizierten die Bieneninstitute eine dramatisch hohe Verlustrate für den Winter. Eine Umfrage in 2.335 Imkereien ergab, dass von den als eingewintert gemeldeten Völkern mit regionalen Unterschieden bereits im Herbst 6,2 % tot waren. Derzeit läuft eine neue Abfrage, die klären soll, wie die aktuelle Situation der Bienenvölker in Deutschland ist.

Dr. Otten vom Bieneninstitut Mayen, der das Datenmaterial zusammenfasst, sagt: "Wir gehen davon aus, dass es 2009/2010 durchschnittliche Winterverluste von 25 - 30 % geben wird. Dies wäre ein Ergebnis analog dem des Winters 2002/2003 und umso dramatischer, da sich seit vielen Jahren die Anzahl der Bienenvölker reduziert." In manchen Regionen hat diese Entwicklung bereits Auswirkungen auf die flächendeckende Bestäubung. Als drittwichtigstes volkswirtschaftliches Nutztier sind Honigbienen nicht nur ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, sondern ein wichtiges Bindeglied im Naturkreislauf und Bioindikator.

Die Bieneninstitute werden mit dem Datenmaterial das bundesweite Bienenmonitoring zur Ursachenforschung der periodisch auftretenden Überwinterungsverluste fortsetzen, um die möglichen Auslösefaktoren weiter einzugrenzen.

Erfreulich ist, dass der Bund ab 2010 das Projekt finanziell deutlich stärker unterstützt.

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