Bundesagentur für Arbeit (BA)

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Mai 2001
Der Arbeitsmarkt kommt nicht voran - Teil 8 von 9

Nürnberg (ots) - Der Bestand an Teilnehmern in Beschäftigungschaffenden Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes ist auch zuletzt nur leicht gewachsen und lag somit zunehmend unter Vorjahresniveau. So waren im Mai in ABM und traditionellen SAM 160.900 Personen tätig, dies sind 16 Prozent weniger. Dabei waren ABM wie traditionelle SAM rückläufig (-16 Prozent auf 120.400 bzw. -13 Prozent auf 40.500). Die Zugänge seit Jahresbeginn waren mit insgesamt 72.200 weiterhin erheblich kleiner als im Vorjahreszeitraum, nämlich um unverändert 24 Prozent (ABM: -26 Prozent auf 55.900; traditionelle SAM: -13 Prozent auf 16.300). Die direkte Förderung regulärer Beschäftigung hat sich zuletzt leicht erhöht, auch deshalb lag sie spürbar weniger unter Vorjahresniveau. Im Mai befanden sich 105.300 Menschen in entsprechenden Tätigkeiten (ohne Arbeitnehmerhilfe: -7 Prozent). Dabei spielen wegen veränderter Förderkonditionen vor allem SAM OfW seit längerem eine erheblich kleinere Rolle (-54 Prozent auf 22.300); im Zusammenhang damit haben Eingliederungszuschüsse kräftig zugelegt (+43 Prozent auf 52.100). Mit Beschäftigungshilfen für Langzeitarbeitslose waren ebenfalls erheblich mehr Personen tätig (+13 Prozent auf 11.000); weniger ausgeprägt gilt dies für Überbrückungsgeld (+5 Prozent auf 14.700). Seit Januar haben insgesamt 60.100 Personen mit diesen Instrumenten eine Arbeit aufgenommen (einschl. Arbeitnehmerhilfe), 10 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Wie schon bisher standen insbesondere starken Zunahmen bei Eingliederungszuschüssen und leichten beim Überbrückungsgeld (+22 Prozent auf 26.500 bzw. +3 Prozent auf 13.500) erhebliche Abnahmen bei SAM OfW gegenüber (-52 Prozent auf 10.500). Das Sofortprogramm zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit hat gegenüber Vorjahr weiterhin erheblich größere Bedeutung. So befanden sich zuletzt 41.000 Teilnehmer in entsprechenden Maßnahmen (+38 Prozent); seit Jahresbeginn sind 19.400 Personen eingetreten (+36 Prozent). Auch Freie Förderung wird stark zunehmend genutzt. Seit Jahresanfang wurden 51.800 Leistungen bewilligt, 53 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Darüber hinaus begannen 20.100 Personen einen "Internet-Zertifikats"-Lehrgang. Zuletzt machten ca. 80.500 Leistungsempfänger von der Regelung des § 428 SGB III Gebrauch, ca. 2 Prozent weniger als vor einem Jahr. In der Freistellungsphase der Altersteilzeit befanden sich mit ca. 10.000 dagegen wesentlich mehr Menschen (ca. +44 Prozent). Ausbildungsstellenmarkt angespannter Die Situation am Ausbildungsstellenmarkt stellt sich in letzter Zeit zunehmend ungünstig dar. Von Oktober 2000 bis Mai 2001 sind den Arbeitsämtern 68.700 Ausbildungsstellen gemeldet worden, 5.000 oder 7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, im Vergleich zu -6 Prozent im April und -4 Prozent im März. Dabei beruht der Rückgang fast ausschließlich auf betrieblichen Lehrstellen (-4.500 oder -7 Prozent auf 62.600; April: -6 Prozent; März: -3 Prozent). Gleichzeitig haben 181.900 Bewerber die Arbeitsämter bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz eingeschaltet, 12.300 oder praktisch unverändert 6 Prozent weniger. Die Abnahme resultiert vor allem aus der stärkeren Nutzung des ASIS, aber auch aus leicht rückläufigen Schulabgängerzahlen. In den meisten Berufsgruppen übersteigt die Nachfrage das Angebot deutlich. So kommen bei Dienstleistungsberufen auf 10 gemeldete Ausbildungsstellen derzeit 26 Bewerbermeldungen, bei Fertigungsberufen 27, bei landwirtschaftlichen Berufen 28 sowie bei technischen Berufen 32. Besonders groß ist die Diskrepanz bei Druckern (10 zu 82), Gesundheits-, Sozial- und Sicherheitsberufen (10 zu 54), aber auch in den Bau- und baunahen Fertigungsberufen (10 zu 41). Ende Mai waren 25.700 Ausbildungsstellen noch unbesetzt, 200 oder 1 Prozent mehr als vor einem Jahr (April: +3 Prozent; März: +6 Prozent). Noch nicht vermittelt waren 111.500 Bewerber, 7.300 oder weitgehend unverändert 6 Prozent weniger. Fußnoten: 1) Die saisonbereinigte Erwerbslosenquote (gemäß dem Statistischen Amt der Europäischen Union), ist regelmäßig kleiner als die (nicht saisonbereinigte) Arbeitslosenquote (auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen). Der wesentliche Grund dafür ist, dass die Zahl der Erwerbslosen kleiner ist als die der Arbeitslosen, denn "Erwerbslosigkeit" ist alles in allem enger definiert als "Arbeitslosigkeit". Beispielsweise kann jemand, der bis zu 15 Stunden wöchentlich arbeitet, nicht erwerbslos aber arbeitslos gem. SGB III sein. Für Monate mit hoher saisonaler Erwerbs- bzw. Arbeitslosigkeit (also vor allem Januar und Februar) kommt hinzu, dass diese vor Ermittlung der saisonbereinigten Erwerbslosenquote eliminiert worden ist, während sie in die Berechnung der (nicht saisonbereinigten) Arbeitslosenquote eingeht. Schließlich gibt es Unterschiede in der Abgrenzung der Erwerbstätigen als Bestandteil der Bezugsgröße. Teil 9 folgt Original-Content von: Bundesagentur für Arbeit (BA), übermittelt durch news aktuell

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