Bundesagentur für Arbeit (BA)

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im November 2000 Teil 1
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Nürnberg (ots) - Teil 1 Arbeitsmarkt bessert sich weiter Die Besserungstendenz auf dem Arbeitsmarkt hat sich auch im November fortgesetzt. Der Anstieg der Arbeitslosenzahl um 34.200 auf 3.645.200 ist nach den Worten des Präsidenten der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, auf jahreszeitliche Einflüsse zurückzuführen. "Saisonbereinigt ist die Arbeitslosigkeit weiter gesunken," sagte Jagoda am Dienstag in Nürnberg. Die Beschäftigung habe wieder kräftiger zugenommen; die Fortschritte beschränkten sich aber nach wie vor auf die alten Länder. Jagoda: "In den neuen Ländern tritt der Arbeitsmarkt weiter auf der Stelle." In den alten Ländern registrierten die Arbeitsämter 2.359.900 Arbeitslose (Vorjahr: - 243.800; Vormonat: + 17.400). Die Arbeitslosenquote lag bei 7,2 Prozent. In den neuen Ländern gab es 1.285.300 Arbeitslose (Vorjahr: - 11.700; Vormonat: + 16.800). Die Arbeitslosenquote betrug 16,3 Prozent. Für ganz Deutschland errechnet sich eine Quote von 8,9 Prozent. Die Erwerbstätigkeit hat wieder stärker zugenommen. Nach den Worten Jagodas fand das Wachstum der Beschäftigung damit wieder Anschluss an die dynamischere Entwicklung im ersten Halbjahr 2000. Saisonbereinigt ergibt sich im September ­ das sind die letzten verfügbaren Zahlen ­ ein Anstieg von 46.000. Nicht saisonbereinigt wird für September vom Statistischen Bundesamt eine Erwerbstätigenzahl von 39,00 Millionen genannt. Das sind 580.000 mehr als ein Jahr zuvor. Der Stellenzugang blieb in den alten Ländern lebhaft. Mit 225.200 bewegte er sich in der Größenordnung des Vorjahres. In den neuen Ländern war die Zahl der neu gemeldeten Stellenangebote (68.300) aber deutlich kleiner als vor Jahresfrist (- 8.800). Die Arbeitsämter vermittelten insgesamt 264.900 Arbeitsverhältnisse, 28.300 weniger. Darüber hinaus wirkten sie an der Unterbringung weiterer 45.700 Arbeitsuchender mit, beispielsweise über den Stellen-Informations-Service (SIS) und den Arbeitgeber-Informations-Service (AIS). Mit Hilfe der Arbeitsämter bildeten sich Ende November 388.100 Arbeitnehmer beruflich weiter, 41.700 mehr als vor Jahresfrist. In Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen waren 213.100 zuvor Arbeitslose beschäftigt (+ 9.600). Deutlich niedriger lag dagegen der Bestand der Beschäftigten in Strukturanpassungsmaßnahmen. Hierdurch hatten 93.800 zuvor Arbeitslose einen Arbeitsplatz (- 75.000). I. Deutschland Besserungstendenz setzt sich fort Trotz leichter Abschwächung ist das wirtschaftliche Wachstum robust und stark genug, um den Arbeitsmarkt weiterhin zu beleben. Bei hoher Auslastung der Kapazitäten und großer Zunahme der Produktivität wird die Gütererzeugung vornehmlich durch zusätzliches Personal weiter gesteigert. So ist - von jahreszeitlichen Einflüssen abgesehen - die Beschäftigung wieder kräftig gestiegen und die Arbeitslosigkeit wie bisher gesunken. Die Aufhellung des Arbeitsmarktes beschränkt sich gesamtwirtschaftlich aber nach wie vor auf den Westen. Im Osten überlagert insbesondere die anhaltend starke Schrumpfung der Bauwirtschaft die positiven Entwicklungen in Industrie und unternehmensnahen Dienstleistungen. Zur Zeit scheiden mehr ältere Arbeitnehmer aus dem Erwerbsleben aus als jüngere nachrücken; allerdings steht dem eine zunehmende Erwerbsneigung, besonders von Ehefrauen, gegenüber. Beide Effekte könnten sich in ihren Auswirkungen auf die Arbeitslosigkeit insgesamt etwa die Waage halten; damit tragen Veränderungen des Arbeitskräfteangebotes wohl nicht zur Entlastung des Arbeitsmarktes bei. Die Erwerbstätigkeit hat - nach vorläufigen Schätzungen des Statistischen Bundesamtes - im September wieder stark zugenommen, nachdem sie in den beiden Monaten zuvor, infolge von Sondereinflüssen, nur schwach gestiegen war. Damit hat das Wachstum der Beschäftigung Anschluss an die dynamischere Entwicklung im ersten Halbjahr 2000 gefunden. Saisonbereinigt ergibt sich für September bundesweit ein Anstieg von 46.000 Erwerbstätigen, nach durchschnittlich 12.000 im Juli und August und 44.000 im zweiten Quartal. Nicht saisonbereinigt wird für September eine Erwerbstätigenzahl von 39,00 Mio genannt, dies sind 580.000 mehr als vor einem Jahr, nach +550.000 im August und +530.000 im Juli. Der Anstieg der Erwerbstätigkeit beruht zum größeren Teil auf mehr sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung (ohne geringfügige Beschäftigte). Zudem gibt es mehr ausschließlich geringfügige Beschäftigung; diese wird großenteils von zuvor Nicht-Arbeitslosen, aber auch von Arbeitslosen ausgeübt, die - bei einer Beschäftigung bis zu 15 Wochenstunden - ihren Arbeitslosen-Status nicht verlieren müssen. Infolge dessen ist die Zunahme der Erwerbstätigkeit derzeit größer als die Abnahme der Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosigkeit hat sich weiter günstig entwickelt. Saisonbereinigt ist sie um 15.000 gesunken, also etwa so stark wie im Durchschnitt der Monate Juni bis Oktober (-18.000). Die jüngste Verringerung der Arbeitslosenzahl beruht nicht mehr auf Arbeitsmarktpolitik. Stellt man dies in Rechnung, nähert sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit wieder den früheren größeren Abnahmen. Nicht saisonbereinigt hat die Zahl der Arbeitslosen von Oktober auf November - im Wesentlichen aus jahreszeitlichen Gründen - um 34.200 auf 3.645.200 zugenommen. Dieser Anstieg war größer als im Vorjahresmonat (+17.400). Folglich lag die Zahl der Arbeitslosen mit -255.500 weniger stark unter dem Niveau von 1999 (Oktober: -272.300; September: -258.400). Die Verringerung des Vorjahresabstandes lässt sich zum kleinen Teil auf Veränderungen im Einsatz der Arbeitsmarktpolitik zurückführen, deren Entlastungswirkung zuletzt etwas weniger stark über Vorjahresniveau lag (+35.000; Oktober: +40.000). Die Arbeitslosenquote, auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, betrug im November 8,9 Prozent; auf der Grundlage der abhängigen zivilen Erwerbspersonen belief sie sich auf 9,9 Prozent. Für November 1999 waren Quoten von 10,0 Prozent bzw. 11,1 Prozent errechnet worden. Es folgt Teil 2 ots Originaltext: Bundesanstalt für Arbeit Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen bitte an: Bundesanstalt für Arbeit Pressereferat Tel. (0911) 179-2218 Original-Content von: Bundesagentur für Arbeit (BA), übermittelt durch news aktuell

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